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Fünf Themen des Tages: Chips bremsen Autos, EU-Los hängt an Rom

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Chipknappheit lähmt Industrie, deutscher Arbeitsmarkt enttäuscht, europäische Aktien gewinnen, Schicksal der EU erneut in Draghis Händen, und Inseln sind Gewinner des Sommer-Booms. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Chipknappheit lähmt Industrie

Der weltweite Mangel an Halbleitern setzt nun auch BMW spürbar zu. War es den Münchnern monatelang gelungen, die Produktion am Laufen zu halten, ist nun der Standort Oxford betroffen, wo ab dem 30. April die Mini-Bänder drei Tage lang stillstehen sollen. Im Werk Regensburg, wo X1, X2, 1er und 2er Gran Tourer vom Band laufen, werden Schichten reduziert. Auch Ford hat vor den Auswirkungen der Chipknappheit gewarnt, der Stoxx 600 Automobiles & Parts Index ist am Donnerstag der Verlierer bei den europäischen Aktien. Aber es ist naturgemäß nicht nur der Autosektor, der chipbedingt unter die Räder kommt. Laut Apple-Finanzchef Luca Maestri werden die Lieferengpässe den Verkauf von iPads und Macs belasten, was den Umsatz im dritten Quartal um bis zu 4 Milliarden Dollar schmälern könnte.

Deutscher Arbeitsmarkt enttäuscht

Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelt sich in die falsche Richtung. Die Arbeitslosigkeit ist im April unerwartet um 9.000 gestiegen, was die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf 2,76 Millionen trieb. Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten einen Rückgang um 10.000 erwartet. Der Bericht deutet darauf hin, dass die Unternehmen aufgrund des von der Regierung verfügten Lockdowns trotz großzügiger Regelungen zu Kurzarbeit unter Druck stehen. Die meisten Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Kultureinrichtungen sind seit Mitte November geschlossen. Der in dieser Woche veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex für April war bereits unter den Prognosen geblieben und zeigte eine Eintrübung der Erwartungen in den Führungsetagen der Unternehmen.

Europäische Aktien gewinnen

Die europäischen Aktien sind am Donnerstag gestiegen, beflügelt von robusten Gewinnen und der Zusicherung der US-Notenbank, die Konjunktur weiterhin zu stützen. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag um etwa 0,3% im Plus. “Die Unternehmensergebnisse bieten angesichts der hohen Bewertungen immer noch eine willkommene fundamentale Unterstützung für Aktien”, hieß es am Donnerstag in einer Notiz von Barclays. “Die Mehrheit der Unternehmen, die berichtet haben, klingen konstruktiv, was den Ausblick für den Rest des Jahres angeht”. Airbus stiegen, nachdem der Flugzeugbauer das dritte Quartal in Folge einen positiven Cashflow gemeldet hatte. In Deutschland fielen BASF trotz besser als erwarteter Quartalszahlen aufgrund von Gewinnmitnahmen. Aixtron stürzten nach einem unerwarteten Ebit-Verlust im ersten Quartal ab.

Schicksal der EU erneut in Draghis Händen

Scheitert Italien, scheitert Europa - meint Kolumnistin Rachel Sanderson. Das Parlament in Rom hat Mario Draghis Ausgabenplan über 261 Milliarden Euro gebilligt, aber jetzt komme der schwierige Teil: Die Umsetzung der harten Strukturreformen, die Italien braucht, um Wachstum anzukurbeln und die öffentlichen Haushalte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Scheitern würde das Land in den Abgrund treiben und die Pläne der EU für eine weitere fiskalische Integration zunichte machen. Unterdessen wird Marine Le Pen zum zweiten Schreckgespenst für die Eurozone. Ein Sieg bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr kann nicht ausgeschlossen werden, auch weil Le Pen dazugelernt hat, wie ihr Umgang mit einer unverhohlenen Staatsstreich-Drohung pensionierter Generäle zeigt. Die Devisenmärkte fangen an, das Risiko einzupreisen, so Bloomberg-Stratege Tanvir Sanhu.

Inseln sind Gewinner des Sommer-Booms

Die Bewohner von Ischia hoffen, dass gut 30 Kilometer Entfernung vom italienischen Festland ihre lokale Wirtschaft in diesem Sommer vor einer weiteren katastrophalen Tourismussaison bewahren wird. Wenn die 70.000 Inselbewohner geimpft sind, kann Ischia zur Covid-freien Zone erklärt werden, was den Zustrom zahlungskräftiger Touristen sichern würde. Inseln, die sich leicht gegen die Ausbreitung von Covid-19 abschotten können, werden in diesem Sommer die größten Gewinne im Tourismus einfahren. Griechenland hat die Nase vorn und bereits die meisten Einwohner auf den kleinsten seiner vielen Inseln geimpft. Wenn die Impfpass-Regelungen in Europa etabliert sind, sollte sich der Tourismus erholen. Unterdessen hat in Deutschland bislang ein Drittel der Bevölkerung eine Impdosis erhalten, bis zur Herdenimmunität dauert es allerdings noch fünf Monate.

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