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Fünf Themen des Tages: Bier-Boom, Veggie-Burger statt Fledermaus

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Schnabel fürchtet verzögerte EU-Hilfen, Credit Suisse tritt bei Hedgefonds auf die Bremse, Europäische Aktien wenig verändert, Asahi-Boss sieht rasant steigenden Bierkonsum, und Veggie-Burger statt Fledermaus in China. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Schnabel fürchtet verzögerte EU-Hilfen

Es wäre eine “wirtschaftliche Katastrophe für Europa”, wenn sich die Auszahlung der Gelder aus dem EU-Hilfsfonds auf unbestimmte Zeit verzögern würde, warnte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel gegenüber dem Spiegel, ohne dies als Druck auf das Bundesverfassungsgericht verstanden wissen zu wollen. Die EU müsste sich dann “Gedanken über alternative Lösungen machen, das könnte dauern”. Ignazio Visco, ihr italienischer Kollege im Zentralbankrat, bezeichnete das als Wiederaufbaufonds bekannte Instrument aus Geschenken und Krediten am Freitag als “entscheidend”. Der Renditeaufschlag italienischer Bonds gegenüber Bundesanleihen weitete sich am Freitagmorgen aus. Italien hat 2021 bislang Anleihen im Wert von rund 157 Milliarden Euro begeben, ein Anstieg von 39% gegenüber dem Vorjahr. Mario Draghi will die Neuverschuldung laut Kreisen um 40 Milliarden Euro erhöhen.

Credit Suisse tritt bei Hedgefonds auf die Bremse

Nach dem umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro teuren Debakel um Archegos Capital Management verschärft die Credit Suisse informierten Kreisen zufolge ihre Finanzierungsbedingungen für Hedgefonds und Family Offices. Die Zürcher Bank ist im Prime-Broker-Geschäft zu restriktiveren Margenanforderungen in Bezug auf Swap-Vereinbarungen übergegangen, wie zu hören ist. Einige Kunden könnten mehr Sicherheiten hinterlegen müssen, was die Rentabilität mancher Transaktionen sinken lassen würde. Credit Suisse wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Schnabel zufolge hat der Fall Archegos “Regulierungslücken” bei Fonds aufgezeigt, wo sich die Aufsicht bislang hauptsächlich auf den Anlegerschutz fokussiert. Hier müsse nachgebessert werden. Der Zusammenbruch sei “ein Warnsignal, dass hier erhebliche systemische Risiken liegen, die besser reguliert werden müssen.”

Europäische Aktien wenig verändert

Die europäischen Aktien verharren zum Wochenschluss in der Nähe eines Rekordhochs. Der Stoxx Europe 600 Index kaum verändert und damit auf Kurs zu einer sechsten Woche mit Gewinnen, der längsten Gewinnsträhne seit November 2019. Konsumwerte führten die Gewinne an, während Banken und Bergbauunternehmen fielen. Der Tech-Subindex stieg um 0,2% und näherte sich zum ersten Mal seit den Dotcom-Tagen im Jahr 2001 der 700er-Marke. Der nächste Katalysator für Aktien sei wahrscheinlich die kommende Berichtssaison, die positive Makrotrends bestätigen sollte, sagte Ignacio Cantos von ATL Capital in Madrid. “Bis dahin werden wir einen Seitwärtsmarkt sehen, es gibt immer noch viel Geld und wenig Orte, um es anzulegen, aber die große Frage ist, ob die Erholung bereits eingepreist ist”, so Cantos. In Deutschland fielen TUI nach Ankündigung einer Wandelanleihe. Puma kletterten, nachdem Jefferies ein starkes Ergebnisupdate vorausgesagt hatte.

Asahi-Boss sieht rasant steigenden Bierkonsum

Nach den Lockdowns gibt es Nachholbedarf - nach Geselligkeit und Bier. Das ist die Erwartung von Atsushi Katsuki, dem neuen CEO der Asahi Group. Einen steilen Anstieg prognostiziert Katsuki unter Verweis auf die Entwicklung der Biernachfrage in Kneipen und Restaurants, als die Beschränkungen im letzten Herbst in Europa gelockert wurden. Die Pandemie hat Asahi, das fast die Hälfte seines Umsatzes in Restaurants erwirtschaftet, hart getroffen. Und das nach einer Akquisitionswelle im Wert von umgerechnet rund 17 Milliarden Euro, in deren Verlauf unter anderem Pilsner Urquell erworben wurde. Trotz des nachholenden Bierdurstes dürfte es in Großbritannien - wo ab Montag wieder draußen getrunken werden darf - bis zu drei Jahre dauern, bis die Pub-Branche sich erholt hat, schätzt S&P.

Veggie-Burger statt Fledermaus in China

In China, wo Tiere wie Fledermäuse und Hunde erst im vergangenen Jahr von so manchen Speisezetteln verschwanden, geht der Trend zu pflanzlichem Protein. Die Akzeptanz von lokal hergestelltem pflanzlichem Eiweiß gehe in China schneller vonstatten als in anderen Teilen der Welt und die dortige Industrie bewege sich schnell über Pseudo-Burger hinaus, so Leo Liu, Asien-Pazifik-Präsident von Archer-Daniels-Midland, einem der größten Agrarhändler der Welt. “Das Bewusstsein und Interesse an pflanzlichen Proteinen als Alternative zu Fleisch wächst”, sagte der in Shanghai ansässige Liu in einem Interview. ADM habe bereits umfangreiche Aktivitäten in China und werde dort verstärkt in alternative Proteine investieren, sagte Liu. Die Kundenpräferenzen passen zu Pekings zunehmendem Fokus auf die Umwelt und die Ernährungssicherheit, die im jüngsten Fünfjahresplan eine wichtige Rolle spielt.

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