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Fünf Themen des Tages: 60/40-Comeback, U-Bahn-Index, Wut-Briten

(Bloomberg) -- 60/40 kommt zurück, U-Bahn-Index beruhigt, europäische Aktien steigen, Tesla enttäuscht, und Briten sind wütend. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

60/40 kommt zurück

Nach dem größten Verlust für 60/40-Portfolios seit der globalen Finanzkrise könnten für ausgewogene Anlagestrategien wieder bessere Zeiten anbrechen. Beflügelt von Optimismus, dass die US-Inflation ihren Höhepunkt erreicht hat, wetten mehr als 60% der 610 Teilnehmer an der jüngsten MLIV Pulse-Umfrage darauf, dass sich Aktien und Bonds in diesem Jahr in entgegengesetzte Richtungen bewegen werden. In Bezug auf Anleihen sind die Umfrageteilnehmer leicht optimistisch und sehen die 10-jährige US-Rendite Ende 2023 bei 3,5%, vergleichen mit dem Hoch von 4,24% im letzten Jahr. Für Bunds sieht Ven Ram im Markets Live Blog am kurzen Ende auch nach fünf schrecklichen Monaten wenig Raum für Erholung. Wohl aber für das längere Ende, womit die Inversion der Kurve in den kommenden Monaten anhalten dürfte.

U-Bahn-Index beruhigt

Fast ein Dutzend chinesischer Großstädte melden eine Erholung der U-Bahn-Nutzung, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass die “Abschlusswelle“ der Covid-Infektionen in einigen städtischen Gebieten ihren Höhepunkt erreicht hat. Nach Peking, Zhengzhou und Chongqing melden auch Shanghai, Guangzhou, Shenzhen und Nanjing mehr Passagiere. Die kommenden Wochen bis zum Mondneujahrsfest ab dem 21. Januar, wenn Hunderte Millionen Chinesen ihre Heimatstädte besuchen, dürften neue Hinweise darauf geben, wie robust der Aufschwung der Mobilität ist. Chinas Wirtschaft hat 2022 mit einem starken Einbruch der Unternehmens- und Verbraucherausgaben im Dezember beendet. Im vierten Quartal dürfte sie gegenüber dem Vorjahr geschrumpft sein.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien legten nach dem schlimmsten Jahresrückgang seit 2018 den zweiten Tag in Folge zu, befeuert von Optimismus, dass Chinas Covid-Infektionen ihren Höhepunkt erreicht haben könnten. Der Stoxx 600 Index stieg lag gegen Mittag um 1,6% im Plus. “Die Hoffnung, dass sich die Probleme in der Lieferkette in China weiter entspannen werden, was zu einem Rückgang der Inflation beitragen könnte, könnte sich auf die Stimmung auswirken”, sagte Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown. In Deutschland verzeichneten Brenntag einen Kurssprung, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es die Gespräche über eine mögliche Übernahme des US-Konkurrenten Univar nicht mehr fortsetzt. Fresenius SE legten zu, nachdem Jefferies seine Empfehlung auf Kaufen angehoben hatte.

Tesla enttäuscht

Tesla hat im Schlussquartal weniger Fahrzeuge ausgeliefert als von Analysten erwartet — trotz ungewöhnlicher Preisnachlässe in seinen beiden größten Märkten. Das Ziel, die Auslieferungen 2022 um 50% zu steigern, verfehlten die Texaner ebenfalls. Dabei hatte Tesla in den USA einen Rabatt von 7.500 Dollar bei Fahrzeugübernahme bis Jahresende angeboten. “Wir glauben, dass Tesla mit einem erheblichen Nachfrageproblem konfrontiert ist”, schrieb Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi. Das Ende von Chinas Null-Covid-Politik könnte dort ab dem Frühjahr auch den Autoabsatz ankurbeln und 2023 über das Niveau von 2022 heben, heißt es bei BI. Die verlängerte Befreiung von der Verkaufssteuer für E-Autos dürfte den Absatz anheizen — vor allem, da die Autohersteller auf Kosten der Gewinnspannen um größere Marktanteile kämpfen.

Briten sind wütend

Die britischen Eisenbahner werden einen Großteil der Woche die Arbeit niederlegen und damit sowohl den Verkehr lahmlegen als auch Premierminister Rishi Sunaks Probleme weiter verschärfen. Britannien-Besucher können sich hier über die bestreikten Linien informieren. Die Proteste sind auf die wachsende Wut über die schlimmste Lebenshaltungskostenkrise seit Ewigkeiten zurückzuführen. Die Inflation erreichte im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit vier Jahrzehnten, und die Löhne halten nicht Schritt, insbesondere im öffentlichen Dienst. Im Verlauf des Monats wollen auch Krankenschwestern und Krankenwagenfahrer streiken. Sunak hat sich gegen die seiner Meinung nach inflationstreibenden Lohnerhöhungen positioniert und macht den Einmarsch Russlands in die Ukraine für die steigenden Preise verantwortlich. “Ich werde nicht so tun, als ob alle unsere Probleme im neuen Jahr verschwinden werden”, sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft.

Was sonst noch so passiert ist

  • Milder Winter beruhigt

  • Wall-Street-Erwartungen

  • Schleweis hat Rückendeckung

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