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Füllstand 64 Prozent: Am Ende der Speichersaison sind die Gasspeicher so voll wie seit drei Jahren nicht mehr

Ende März endet das Speicherjahr. Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland ist mit 64 Prozent so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr.  - Copyright: Picture Alliance
Ende März endet das Speicherjahr. Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland ist mit 64 Prozent so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. - Copyright: Picture Alliance

Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland liegt zum Ende des Winters stabil bei 64 Prozent. Die Gasvorräte sind damit am Ende der Speichersaison auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren die deutschen Speicher nur zur 26,6 Prozent gefüllt.

Ende März endet das Speicherjahr 2023/24. Ab April werden die Speicher saisonbedingt gewöhnlich eher wieder aufgefüllt. Aufgrund des hohen Speicherstandes sieht die Bundesnetzagentur gute Chancen, die Gasspeicher bis zum nächsten Winter auch ohne russisches Gas wieder komplett zu füllen.

Höher war der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland zuletzt nach dem milden Winter 2020 mit damals 71,5 Prozent Ende März.

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Zur Wochenmitte betrug der Speicherstand nun exakt 64,1 Prozent. Dies waren nur 0,05 Prozentpunkte weniger als am Vortag. Das geht aus Daten hervor, die der europäische Gasspeicherverband GIE veröffentlichte. Der Vorrat an Erdgas in Deutschland liegt immer noch bei knapp 160 Terawattstunden. Das entspricht dem Verbrauch von eineinhalb kalten Wintermonaten.

Füllstand der Gasspeicher gegen Russlands Waffe

Die Speicher hatten nach Russlands Überfall auf die Ukraine besondere Bedeutung gewonnen. Schon im Winter vor dem Krieg hatte Russland seinen Einfluss über Beteiligungen an der deutschen Infrastruktur genutzt, um die Speicher weitgehend leerlaufen lassen. Das zeigen die Daten des größten deutschen Speichers in Rehden, der von Gazprom Germania kontrolliert wurde. Vor einem Jahr war der Speicher in Rehden mit einem Füllstand von 0,5 Prozent praktisch leer. Die Bundesregierung übernahm schließlich die Kontrolle über Gazprom Germania. Aktuell ist der Speicher Rehden zu 81 Prozent gefüllt.

Russland hatte die Gaslieferungen an Deutschland 2022 in mehreren Stufen verringert und Ende August komplett eingestellt.

Die Bundesnetzagentur zog eine erste Bilanz. Im zurückliegenden Winter sei ein Gasmangel vermieden worden. Präsident Klaus Müller geht davon aus, in den nächsten Winter 2023/24 mit vollen Gasspeichern starten zu können. „Wir kommen jetzt mit relativ vollen Speichern aus dem Winter. Das wird helfen, die Speicher über den Sommer ohne russisches Pipeline-Gas zu befüllen“, sagte Müller.

Die Speicher gleichen saisonale Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit einen Puffer. Am 14. November 2022 war ein Füllstand von 100 Prozent verzeichnet worden. Der bislang geringste Füllstand des laufenden Jahres war am 17. März mit 63,7 Prozent verzeichnet worden.

Ziel: 100 Prozent Füllstand der Gasspeicher im November

„Wir werden auch für den nächsten Winter volle Speicher brauchen. Wenn der nächste Winter deutlich kälter wird, werden wir auch deutlich mehr Gas brauchen“, sagte Müller. Die Speicherbefüllung im vergangenen Jahr sei ein „großer Erfolg“. „Volle Speicher, milde Temperaturen und Einsparungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass wir gut durch den vergangenen Winter gekommen sind.“

Der Gasspeicherverband Ines betonte zum Ende des Speicherjahres die Bedeutung der Anlagen im Energiesystem. „Gasspeicher spielen eine entscheidende Rolle bei der Absicherung der Energieversorgung, und sie sorgen dafür, dass Preisrisiken an den Handelsmärkten beherrschbar bleiben“, sagte der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (Ines), Sebastian Bleschke. Mit ihrer Größe seien die deutschen Speicher für die gesamte EU wichtig. „Weit mehr als ein Fünftel der Gasspeicherkapazitäten des EU-Binnenmarktes liegen in Deutschland.“

In der vergangenen Woche lag der Gasverbrauch in Deutschland 33,5 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Jahre 2018 bis 2021. Die Durchschnittstemperatur lag aber auch um 5,2 Grad über dem Vergleichswert. Während die Industrie 30 Prozent weniger verbrauchte, sparten Haushalte und Gewerbe 38 Prozent.

Mit Material von dpa. Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert, zuletzt am 31. März 2023.