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Förderbank KfW verbucht Verlust von 600 Millionen Euro

Die Viruskrise drückt die staatliche Förderbank in die roten Zahlen. Schon vor der Corona-Pandemie hat die KfW mehr Kredite vergeben als im Vorjahreszeitraum.

Die Coronakrise belastet auch die Bilanz der staatlichen Förderbank. Foto: dpa

Die staatliche Förderbank KfW hat wegen der Corona-Krise im ersten Quartal einen Verlust von 592 Millionen Euro geschrieben. Die KfW habe vorausschauend ihre Bewertungen sehr umfassend korrigiert, erklärte Vorstandschef Günther Bräunig am Donnerstag. Trotz des Verlusts bleibe die Bank mit einer harten Kernkapitalquote von 24 Prozent gut aufgestellt.

Die staatliche Förderbank hat schon in den noch kaum von der Corona-Krise geprägten ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich mehr Kredite vergeben als ein Jahr zuvor. Das Fördervolumen des Instituts summierte sich auf 19,8 Milliarden Euro nach 16,9 Milliarden Euro im ersten Quartal des Vorjahres.

Vor allem die Nachfrage im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren sei hoch gewesen, teilte die KfW Bankengruppe am Donnerstag in Frankfurt mit.

Seit März wird die Förderbank, die dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, zudem überhäuft mit Anträgen von Unternehmen für Notkredite in der Corona-Krise.

Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem Sonderkreditprogramm des Bundes beantragen. Dabei trägt die KfW - und damit der Staat - 80 bis 90 Prozent des Kreditrisikos.

Bis einschließlich 29. April gingen bei der KfW 25.510 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 33,1 Milliarden Euro ein. In den meisten Fällen geht es um Kredite bis zu drei Millionen Euro, für die vereinfachte Bedingungen gelten.

Auch die zusätzlich eingeführten Schnellkredite für den Mittelstand, die es seit dem 15. April gibt, sind begehrt: In den ersten Tagen summierte sich das Antragsvolumen auf 794 Millionen Euro. Bei den Schnellkrediten übernimmt der Staat zu 100 Prozent das Risiko, sollten Kreditnehmer das Geld nicht zurückzahlen können.

Im ersten Quartal hat die KfW 27,7 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufgenommen, um ihr Fördergeschäft zu refinanzieren.

Ob sie das für 2020 geplante Refinanzierungsvolumen von 75 Milliarden Euro wegen der Nachfrage nach den Corona-Hilfsprogrammen erhöhen muss, werde sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. Neben der Refinanzierung an den Kapitalmärkten steht der KfW für diese Programme auch die Möglichkeit einer Refinanzierung über den Bund zur Verfügung.