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EZB-Käufe werden Markt vor anstehendem Anleihe-Tsunami schützen

James Hirai
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Europäische Anleiheinvestoren erwarten, dass die Europäische Zentralbank die Flut von Staatsanleihen absorbieren wird, die 2021 auf den Markt kommen dürfte. Zur Finanzierung der Folgen der Coronakrise könnten die Euro-Länder im neuen Jahr Anleihen im Gesamtvolumen von 1,25 Billionen Euro ausgeben, wie ING Groep NV schätzt. Mit dem gemeinschaftlich finanzierten Hilfspaket zur Stützung der Wirtschaft wird auch die Europäische Union selbst zu einem Großemittenten.

In normalen Zeiten würde eine solche Emissionsschwemme den Renditen Auftrieb geben. Banken von ING über JPMorgan Chase & Co. bis hin zur Societe Generale SA sehen die Auswirkungen auf die Märkte allerdings gelassen und erwarten, dass die Bond-Verkäufe durch das milliardenschwere Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank mehr als ausgeglichen werden. Im Dezember hat die EZB ihr Notkaufprogramm für Anleihen um 37% auf 1,85 Billionen Euro aufgestockt.

Die EZB-Käufe von Euroraum-Anleihen könnten das Nettoemissionsvolumen 2021 um fast 60% übersteigen, sagte Eric Oynoyan, Stratege bei BNP Paribas SA. Er schätzt die Gesamtemissionen auf 1,1 Billionen Euro, womit sie rund 6% unter dem Niveau von 2020 liegen würden. „Dies sollte dazu beitragen, die negativen Auswirkungen stärkeren Wachstums und höherer Inflation auf die Anleiherenditen im Jahr 2021 teilweise auszugleichen“, so Oynoyan.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen dürfte sich laut BNP angesichts der EZB-Bondkäufe im neuen Jahr zwischen minus 0,2% und minus 0,5% bewegen. Ende 2020 lag die Bund-Rendite bei minus 0,575%. Nach Schätzungen von ING werden die EZB-Käufe das Euroraum-Emissionsvolumen - bereinigt um Tilgungen - um 240 Milliarden Euro übersteigen. Die ungebrochene Unterstützung durch die Zentralbank dürfte die Volatilität an den Anleihemärkten dämpfen und die Finanzierungskosten der mit der Wirtschaftsbelebung beschäftigten Regierungen deckeln.

Ein Großteil der Käufe dürfte auf den Januar entfallen. In Bezug auf das Emissionsvolumen wird er wohl der geschäftigste Monat des Jahres, wie Societe Generale schätzt. Die Bank rechnet mit rund 175 Milliarden Euro inklusive Emissionen in Verbindung mit dem Beschäftigungs-Stützungsprogramm der EU.

Die Finanzagenturen der Eurozone werden Strategen zufolge 2021 wahrscheinlich mehr Anleihen mit längeren Laufzeiten ausgeben, da sie versuchen, niedrigere Kreditkosten für einen längeren Zeitraum zu sichern. Ein Großteil der Emissionen dürfte über Banken abgewickelt werden. Syndizierungen sind zwar teurer als Auktionen. Sie ermöglichen den Regierungen aber, sehr große Summen schnell aufzunehmen und gleichzeitig ihre Investorenbasis zu diversifizieren.

“Wir erwarten eine Menge konkurrierender Angebote, mit vielen 10-jährigen syndizierten Deals, sowie die Wiederaufnahme von SURE-Emissionen durch die EU im Volumen von rund 10 Milliarden Euro”, schrieben Strategen der Societe Generale um Jorge Garayo in einer Analyse. “Frankreich könnte eine neue 50-jährige bringen”, erwartet die Bank. Zusammen mit einem 15-jährigen Papier Italiens dürfte dies der erste Nachfragetest bei Langläufern sein.

Überschrift des Artikels im Original:Bond-Guzzling ECB Will Shield the Market From Next Debt Tsunami

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