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Experte: Rudimentäres Brexit-Abkommen wird nachverhandelt werden

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Trotz der Einigung auf einen Brexit-Handelspakt zwischen Großbritannien und der EU rechnet ein deutscher Experte mit Nachverhandlungen. "Das Abkommen ist rudimentär", sagte York-Alexander von Massenbach von der Britischen Handelskammer in Deutschland der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist das Beste, das man im Rahmen der Umstände und in konfliktbelasteten Gesprächen hinbekommen konnte." Aber gerade aus britischer Sicht sei es "fast schon erstaunlich", dass ein Deal vereinbart wurde.

"Es zeigt, wie emotional und eben nicht unbedingt wirtschaftlichen Interessen folgend verhandelt wurde, wenn der Fischerei mehr Bedeutung zukam als Finanzdienstleistungen", sagte der Leiter des Londoner Büros der Rechtsanwaltsgesellschaft Luther. Daher könne die Konsequenz nur sein, dass dieser Punkt nachgeholt werde. An diesem Mittwoch soll das britische Parlament über den Vertrag abstimmen.

Die rasche Einigung zu Weihnachten sei wichtig gewesen, um das Abkommen den Hardlinern in der konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson zu vermitteln, sagte von Massenbach. "Insofern ist vielleicht eine scheibchenweise Aufteilung in einzelne Abkommen, die dann in der Zukunft hoffentlich erfolgen werden, auch taktisch gesehen nicht schlecht." Denn so erfolgten weitere Schritte eher außerhalb des öffentlichen Fokus.

"Nichtsdestotrotz enthält dieses Abkommen natürlich einige sehr wesentliche Regelungen", betonte der Experte. Als Beispiel nannte er den Verzicht auf Zoll- und Mengenbeschränkungen. Allerdings stecke der Teufel im Detail: Dennoch müssten Zollformalitäten erfüllt werden. "Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das sicherlich eine zusätzliche Belastung, und zwar sowohl in bürokratischer als auch in finanzieller Hinsicht", sagte er. Unternehmen könnten es zudem in so kurzer Zeit nicht leisten, sich mit dem Abkommen vertraut zu machen.

Als schwierig erachtet von Massenbach den Wegfall der Personenfreizügigkeit. "Das hat natürlich erhebliche Auswirkungen gerade für deutsche Unternehmen, die regelmäßig sehr viele deutsche Mitarbeiter im Vereinigten Königreich beschäftigen." Nun sei dies ohne höheren bürokratischen und damit finanziellen Aufwand nicht mehr möglich. EU-Bürger, die nach Großbritannien ziehen, benötigen von Januar an ein Visum.