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Ex-Wirecard-Chef entlastet Politik und Aufsicht

·Lesedauer: 2 Min.

Markus Braun gibt sich vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags wenig auskunftsfreudig. Bei Politik und Behörden sieht er kein Versagen.

Der frühere Chef des Skandalunternehmens Wirecard, Markus Braun, sieht kein unlauteres Verhalten von Behörden und Politik im Zusammenhang mit dem Bilanzskandal. Er habe „zu keiner Zeit Feststellungen getroffen oder Hinweise erhalten, dass sich Behörden, Aufsichtsstellen oder Politiker nicht korrekt, pflichtwidrig oder in irgendeiner Form unlauter verhalten hätten“, sagte Braun am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags. Das gelte auch für den Aufsichtsrat als Kontrollorgan und für die Wirtschaftsprüfer.

Mehr werde er vor dem Ausschuss nicht sagen, erklärte Braun, der seit dem Sommer in Untersuchungshaft sitzt. Er wolle sich zunächst vor der Staatsanwaltschaft äußern. „Am Ende werden unabhängige Richter entscheiden, wer die rechtliche Verantwortung für den Zusammenbruch des Unternehmens der Wirecard AG trägt“, sagte er.

Auf jegliche Fragen von Abgeordneten verweigerte Braun daraufhin die Aussage. Auch vor dem Untersuchungsausschuss gilt: Zeugen müssen sich nicht selbst belasten.

Der 51-jährige Braun gilt als einer der Hauptverantwortlichen für den mutmaßlichen Betrugsskandal rund um Wirecard. Der Konzern soll über Jahre hinweg Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht und ein entsprechend überhöhtes Konzernvermögen ausgewiesen haben. Als sich Ende Juni ein Vermögen von 1,9 Milliarden Euro, ein Viertel der Bilanzsumme, auf Treuhandkonten in Ostasien als höchstwahrscheinlich nicht existent herausstellte, schlitterte Wirecard in die Pleite.

Der Untersuchungsausschuss soll aufklären, inwiefern die Bundesregierung und ihre Aufsichtsbehörden über die Vorkommnisse bei dem Zahlungsdienstleister informiert waren – und ob sie ihren Pflichten zur Finanz-, Geldwäsche- und Steueraufsicht nachkamen. Es steht der schwere Verdacht im Raum, dass der aufstrebende deutsche Börsenstar von den Aufsichtsbehörden trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen angefasst wurde.

Am Dienstag hatte der Bundesgerichtshof (BGH) den Antrag seiner Anwälte abgewiesen, nur per Videoübertragung aus der Untersuchungshaft in Augsburg als Zeuge zu dem Milliarden-Finanzskandal bei Wirecard auszusagen.

Neben Braun werden am Abend auch zwei weitere inhaftierte Manager befragt: Oliver Bellenhaus, der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft München und Dubai-Statthalter des Konzerns, sowie der ehemalige Leiter der Buchhaltung. Beide erscheinen nicht vor Ort, sondern werden per Videokonferenz zugeschaltet.

Im Fall des Kronzeugen Bellenhaus wandte sich die Staatsanwaltschaft gegen eine Reise nach Berlin, da sie einen Angriff durch Dritte auf den Zeugen für möglich hielt. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die guten Drähte des flüchtigen Asienvorstands Jan Marsalek zu russischen und anderen Nachrichtendiensten.