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Euro gibt leicht nach – EZB hat Mittel zur Bekämpfung der Euro-Stärke

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Die US-Notenbank-Gouverneure tagen: Am Donnerstagabend erläutert Fed-Chef Jerome Powell die geldpolitischen Beschlüsse. Devisenhändler warten vorerst ab.

Der Euro hat am Mittwoch vor geldpolitischen Entscheidungen in den USA geringfügig an Wert verloren. Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2128 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2143 Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt warten die Anleger auf Beschlüsse der US-Notenbank Fed, deren Veröffentlichung am Abend auf dem Programm steht. Es wird erwartet, dass die amerikanische Zentralbank ihre lockere Geldpolitik vor dem Hintergrund der Corona-Krise bestätigt. Auf der ersten Sitzung seit dem Antritt des neuen US-Präsidenten Joe Biden kann die Fed nach Einschätzung von Experten abwarten, da die Regierung in Washington mit einem billionenschweren Konjunkturprogramm auf die Krise reagieren will.

Bis zu den Beschlüssen der Fed wird am Devisenmarkt mit einem eher impulsarmen Handel gerechnet. Es stehen nur vergleichsweise wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. Erst am Nachmittag könnten Daten zum Auftragseingang in den USA für Kursbewegung sorgen.

Derweil ruft die anhaltende Euro-Stärke die Europäische Zentralbank (EZB) auf den Plan. Der Kursanstieg der Gemeinschaftswährung werde von ihr sehr sorgfältig beobachtet, sagte der Notenbank-Gouverneur der Niederlande, Klaas Knot, am Mittwoch im Gespräch mit Bloomberg TV. Dies sei einer der Faktoren, den sich die EZB für eine Bewertung der Inflationsaussichten anschaue. „Und würde der Faktor zu dominant werden, indem drohen würde, dass unser Inflationsziel zu Fall gebracht wird, dann hätten wir natürlich die Werkzeuge, um gegenzusteuern“, sagte das EZB-Ratsmitglied.

Der Euro hat zum Dollar seit Anfang November mehr als vier Prozent zugelegt. Inmitten der Pandemie kommt das für die Währungshüter höchst ungelegen. Denn dadurch büßen Produkte aus der Euro-Zone auf dem Weltmarkt an Wettbewerbsfähigkeit ein. Zudem dämpft dies die aktuell ohnehin schwache Inflation. Die EZB strebt knapp unter zwei Prozent Teuerung für die Wirtschaft an. Doch dieses Ziel verfehlt sie seit Jahren. Im Dezember lag die Rate mit minus 0,3 Prozent sogar im negativen Bereich.