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EU ist Italiens einzige Hoffnung für Schulden, sagt Kanzler Kurz

Matthias Wabl und Matthew Miller

(Bloomberg) -- Italiens Schuldenlast ist so groß, dass die einzige Chance des Landes darin bestehe, Hilfe von der Europäischen Union zu erhalten, sagt der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Italien, dessen Wirtschaft sich chronisch unterdurchschnittlich entwickelt, befand sich bereits vor der Pandemie in einer Rezession. Jetzt prognostiziert die Europäische Kommission, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 9,5% schrumpfen wird. Die Verschuldung Italiens dürfte auf nahezu 160% der nationalen Produktion steigen.

Neben Frankreich und Spanien fordert Italien gemeinsame Anleihen des Staatenverbunds. Dies stößt aber in Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Österreich auf Widerstand.

“Sie werden nicht in der Lage sein, diese Situation ohne Hilfe der EU und von Ländern wie Österreich zu bewältigen”, sagt der 33-jährige Bundeskanzler in einem Interview mit Bloomberg TV. “Aber ich denke nicht, dass die Idee einer Vergemeinschaftung von Schulden die richtige Antwort ist.”

Italien ist praktisch vom Notfall-Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank abhängig, um die Fremdkapitalkosten in Schach zu halten. Die brüchige Koalition von Ministerpräsident Giuseppe Conte hat sich schwergetan, ein umfangreiches Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen und sicherzustellen, dass Milliarden von Hilfsmitteln tatsächlich Unternehmen und Haushalte erreichen.

Kurz lehnte zwar eine gemeinsame EU-Finanzierung ab. Er versprach aber, Italien zu helfen und verwies auf das EU-weite Hilfspaket von 500 Milliarden Euro, das bei Bedarf erweitert werden könne, wie er sagt.

“Uns ist klar, dass wir sie unterstützen und Solidarität zeigen wollen”, erklärt Kurz in Wien, der mit Bloomberg über einen Videolink sprach.

Überschrift des Artikels im Original:EU Is Italy’s Only Hope to Manage Its Debt, Austria’s Kurz Says

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