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Geno-Banken erwägen Kurzarbeit, Deutsche Bank prüft Optionen

Stephan Kahl und Steven Arons

(Bloomberg) -- Zwei Banken aus dem genossenschaftlichen Sektor in Deutschland denken angesichts der Coronavirus-Krise darüber nach, Kurzarbeit für Mitarbeiter zu beantragen. Das erfuhr Bloomberg von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist, aber namentlich nicht genannt werden wollte. Die Deutsche Bank AG erklärte derweil, sie prüfe Optionen.

Ein Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken wollte die Informationen zu Kurzarbeit auf Nachfrage nicht kommentieren, erklärte aber, viele Banken würden versuchen, einen solchen Schritt zu vermeiden, um auch in der Krise voll für ihre Kunden da sein zu können. ,,Dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, gehen Genossenschaftsbanken diesen Schritt, um Arbeitsplätze zu erhalten,” hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Verbands zu möglicher Kurzarbeit.

Die Deutsche Bank teilte auf Nachfrage mit, Stand heute gebe es keine Kurzarbeit im Unternehmen. “In der aktuellen Situation prüft unsere Bank selbstverständlich, wie andere Finanzinstitute auch, ob und wo dies sinnvoll sein könnte. Auf der operativen Ebene bereitet die Bank sich für solche Szenarien vor”, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Eine Sprecherin der HypoVereinsbank sagte auf Nachfrage von Bloomberg: “Kurzarbeit ist für uns kein Thema”. Ähnlich äußerte sich die Commerzbank AG.

Viele Kreditinstitute sehen sich derzeit gezwungen, Filialen zu schließen, um eine Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen. So hatte beispielsweise die Volksbank Köln Bonn vor kurzem erklärt, vorerst alle Standorte geschlossen zu halten. Auch bei der Deutschen Bank AG sind seit Dienstag etwa 200 Filialen vorübergehend für den Kundenverkehr geschlossen.

Das operative Umfeld für europäische Banken werde sich angesichts der Coronakrise als herausfordernd darstellen, erklärte in dieser Woche die Berliner Ratingagentur Scope. Es sei mit niedrigeren Erlösen aufgrund sinkender Volumina in vielen Geschäftsbereichen zu rechnen. In Kombination mit einer höheren Vorsorge werde dies die Gewinne und möglicherweise das Kapital beeinträchtigen.

(Ergänzt um Deutsche Bank, Commerzbank, HVB im 3. und 4. Absatz)

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