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„Einbahnstraße in die Freiheit“: So plant Boris Johnson den Weg aus dem Lockdown

Volkery, Carsten
·Lesedauer: 3 Min.

Der Ausstieg aus dem Lockdown soll in England mindestens vier Monate dauern. Auf Urlaub im Ausland müssen die Briten aber vielleicht noch länger warten.

Schulen, Sozialkontakte, Geschäfte, Restaurants – in dieser Reihenfolge will Boris Johnson die Corona-Einschränkungen in England bis zum Sommer schrittweise lockern.

Der Weg aus dem Lockdown sei „eine Einbahnstraße in die Freiheit“, sagte der britische Premierminister bei der Vorstellung seines Fahrplans an diesem Montag im Parlament. Man werde so vorsichtig lockern, dass man keinen Schritt rückgängig machen müsse.

Der Vier-Stufen-Plan wird sich über mindestens vier Monate hinziehen. Er gilt nur für England, denn die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Pläne.

Stufe 1: Am 8. März sollen alle Schüler in England zurück in die Schulen. „Der beste Ort für Schüler ist das Klassenzimmer“, sagte Johnson. Auch dürfen die Menschen sich zu zweit im Freien treffen. Altersheimbewohner dürfen einen Besucher empfangen.

Mit dem Beginn der Osterferien am 29. März gilt die „Rule of Six“: Das heißt, bis zu sechs Personen oder zwei Haushalte dürfen sich draußen treffen. Auch sind sämtliche Sportaktivitäten im Freien wieder erlaubt.

Stufe 2: Ab dem 12. April sollen Geschäfte wieder öffnen ebenso wie Friseure und Fitnesszentren. Restaurants dürfen den Betrieb auf der Terrasse oder im Garten wieder aufnehmen.

Stufe 3: Die Gastronomen dürfen ab frühestens 17. Mai auch ihre Innenräume wieder öffnen. Sportstadien, Theater, Kinos und Konzertsäle können wieder Besucher empfangen. Bis zu sechs Personen dürfen sich privat in geschlossenen Räumen treffen, bis zu 30 im Freien.

Stufe 4: Am 21. Juni sollen alle sozialen Kontaktbeschränkungen fallen. Nachtklubs können öffnen, auch Großereignisse sollen wieder möglich sein. Hotelübernachtungen innerhalb des Landes sind wieder erlaubt.

Zwei Corona-Einschränkungen bleiben jedoch auch danach möglicherweise noch in Kraft. So nannte Johnson noch kein Datum für das Ende des Homeoffice. Die Anweisung, wenn möglich zu Hause zu arbeiten statt im Büro, gilt bis auf Weiteres. Auch das internationale Reiseverbot bleibt bestehen. Beides soll in den kommenden Wochen überprüft werden. Bis zum 12. April werde man bekannt geben, ob die Briten ihren Sommerurlaub im Ausland buchen könnten, sagte Johnson.

Fünf Wochen Probezeit

Der Premier betonte, dass der Zeitplan nicht verbindlich sei, sondern vorläufig. Die Daten seien frühestmögliche Daten, sie könnten sich aber nach hinten verschieben. Das hänge davon ab, wie sich die Corona-Lage entwickele. Als Faktoren nannte er Impf-Fortschritte, Infektionszahlen, Krankenhausbelegung und das mögliche Auftauchen neuer Virusvarianten.

Zwischen den einzelnen Stufen werde man mindestens fünf Wochen verstreichen lassen, sagte Johnson. Weil die Wirkung der Lockerungen erst nach vier Wochen sichtbar sei, müsse man so lange warten, bis man den nächsten Schritt ankündigen könne.

Der Regierungschef will dieses Mal Vorsicht walten lassen. Den zweiten Lockdown hatte er Anfang Dezember zu früh beendet und damit zu einem steilen Anstieg der Infektionen beigetragen. Diesen Fehler will er nicht wiederholen. Der aktuelle, dritte Lockdown soll der letzte sein.

Labour-Oppositionsführer Keir Starmer begrüßte Johnsons neuen Ton. „Ich freue mich, dass der Premierminister von Vorsicht gesprochen hat“, sagte er. „Das ist ein willkommener Unterschied zu seiner Wortwahl in der Vergangenheit.“

Einigen konservativen Lockdown-Gegnern im Parlament geht die Lockerung hingegen nicht schnell genug. Sämtliche Einschränkungen sollten bis Ende April aufgehoben sein, sagte der konservative Abgeordnete Mark Harper, Sprecher der „Covid Recovery Group“ in der Tory-Fraktion. Man könne sie nicht aus Angst vor möglichen neuen Virusvarianten beibehalten.

Johnson sagte, er könne die Einwände seiner Kritiker nachvollziehen. „Ihnen sage ich, das Ende ist in Sicht“, erklärte er. Der Frühling und der Sommer würden ganz anders als die Gegenwart.