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Edeka, Aldi & Co.: Was bedeuten die Namen der Supermärkte?

seRewe, Aldi, Lidl: Woher stammen eigentlich die Namen der Supermärkte und Discounter? Sind sie nur ausgedachte Namen oder steckt eine Bedeutung dahinter? Eine Spurensuche.

Wofür steht eigentlich Lidl, Aldi Süd, Penny Markt, Norma, Netto, Edeka, Real, Rewe? Das bedeuten die Namen der Supermärkte (Bild: Getty).
Wofür steht eigentlich Lidl, Aldi Süd, Penny Markt, Norma, Netto, Edeka, Real, Rewe? Das bedeuten die Namen der Supermärkte (Bild: Getty). (Tree4Two via Getty Images)

Aldi

Wofür der Name Aldi steht, liegt auf der Hand: Der Name von Deutschlands bekanntestem Discounter ist eine Abkürzung für Albrecht-Discount, benannt nach den Gründern Karl Albrecht und Theo Albrecht.

Die Brüder hatten den Tante-Emma-Laden ihrer Mutter nach dem zweiten Weltkrieg übernommen und zu einer Supermarktkette ausgebaut.

Nach dem Tod der Mutter trennten sich die beruflichen Wege der Brüder: einer gründete Aldi Nord, der andere Aldi Süd. Seitdem ist Deutschland klar durch den "Aldi-Äquator" getrennt. In den Städten an der Grenze gibt es beide Aldi-Varianten.

Aldi Nord und Aldi Süd betreiben heute weltweit zusammen fast 10.000 Filialen. Damit ist Aldi Marktführer in der Discounter-Branche.

Der Name „Aldi“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben zweier Worte zusammen: Den Nachnamen der Gründer „Albrecht“ und das Supermarktkonzept „Discount“ (Bild: Getty)
Der Name „Aldi“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben zweier Worte zusammen: Den Nachnamen der Gründer „Albrecht“ und das Supermarktkonzept „Discount“ (Bild: Getty) (justhavealook via Getty Images)

Aus Aldi wurde in Österreich Hofer

Der österreichische Markt war übrigens die erste Expansion des deutschen Discounters. 1968 übernahm Aldi dort den bestehenden österreichischen Lebensmittelhändler Hofer, ein mit rund 30 Filialen etabliertes Unternehmen. Hofer wurde 1962 von Helmut Hofer gegründet und hatte sich bis Ende der 1960er-Jahre bereits bei den Österreichern etabliert. Man entschied sich, nicht nur den Konzern, sondern auch den Namen mit zu übernehmen. Der Name Aldi war in Österreich zudem gar nicht mehr verfügbar – der Konzern Adel Lebensmittel Diskont hatte ihn sich als Abkürzung bereits rechtlich schützen lassen.

Mehr zum Thema: Neue Billig-Marke von Aldi Süd: So geht der Discounter in den Preiskampf

Rewe

Der 1927 in Köln gegründet „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“ wurde mit „REWE“ abgekürzt. (Bild: Getty).
Der 1927 in Köln gegründet „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“ wurde mit „REWE“ abgekürzt. (Bild: Getty). (Marina113 via Getty Images)

Der Ursprung des Namens Rewe ist wahrscheinlich den wenigsten Menschen geläufig. Es handelt sich um eine Abkürzung für "Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften", später als Kurzform für "Revisionsverband der Westdeutschen Konsumgenossenschaften". Das klingt holprig und passt natürlich auf kein Ladenschild - und lässt sich nicht so leicht aussprechen wie "Rewe".

Lidl

Bis 1930 hieß das Unternehmen Lidl: „Specerei- und Südfrüchten-Handlung (en gros & en détail) von A. Lidl & Cie“ (Bild: Getty).
Bis 1930 hieß das Unternehmen Lidl: „Specerei- und Südfrüchten-Handlung (en gros & en détail) von A. Lidl & Cie“ (Bild: Getty). (Krzysztof12 via Getty Images)

Lidl ist der größte Discounter Europas und nach Aldi der zweitgrößte weltweit. Dass Lidl heute so heißt, obwohl der Name des Inhabers Dieter Schwarz ist, hat etwas mit der Konnotation seines Nachnamens zu tun. Unternehmersohn Dieter Schwarz, der die Familiengeschäfte zunächst mit seinem Vater führte, entschied sich gegen die Bezeichnung der Supermärkte nach dem Familiennamen. Denn der Name „Schwarz-Markt“ wäre vielen Kunden wohl suspekt vorgekommen. "Schwarz" und "Markt" nebeneinander im Namen eines Supermarkts wirken einfach unseriös. Deswegen kehrte Schwarz Junior zum ursprünglichen Unternehmensnamen der Vorgängerfirma zurück, die bereits Lidl hieß.

Lidl ist der viertgrößte Lebensmittel-Discounter in Deutschland (Bild: Getty Images)
Lidl ist der viertgrößte Lebensmittel-Discounter in Deutschland (Bild: Getty Images) (SOPA Images via Getty Images)

So erlebte der alte Unternehmensname Lidl seine Renaissance, nachdem Schwarz dem pensionierten Berufsschullehrer Ludwig Lidl die Namensrechte für 1000 DM abkaufte. Denn bereits im Jahr 1858 wurde in Heilbronn die Specerei- und Südfrüchte-Handlung (en gros & en détail) von A. Lidl + Cie gegründet.

Heute ist Dieter Schwarz übrigens einer der reichsten Deutschen. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt sein Vermögen auf mehr als 16 Milliarden Dollar.

Norma

Norma ist ein großer Lebensmittel-Discounter mit zahlreichen Filialen in Deutschland. (Bild: Getty).
Norma ist ein großer Lebensmittel-Discounter mit zahlreichen Filialen in Deutschland. (Bild: Getty). (Wirestock via Getty Images)

Der Name Norma könnte auch für "Normalpreise" stehen, also für eine Verkaufsstrategie, die auf günstige Preise setzt. Doch dem ist nicht so: Der Name setzt sich vielmehr aus den Worten „Noricum Markt“ zusammen. „Noricum“ ist der lateinische Name der Stadt Nürnberg - der Name drückt also quasi die Verbundenheit zur Region Nürnberg aus, wo sich der Sitz der Norma Lebensmittelfilialbetrieb Stiftung & Co. KG befindet.

Edeka

Die Firma EDEKA wurde 1898 als
Die Firma EDEKA wurde 1898 als "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler" gegründet, kurz: E. d. K. - und gesprochen Edeka. (Bild: Getty) (Anne Czichos via Getty Images)

Ebenso wie Rewe und Aldi ist auch der Name Edeka ein sogenanntes Akronym, d.h. es besteht aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter - von griechisch akro = oben, äußerst und onyma = Name. So hieß Edeka ursprünglich „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“, kurz: E. d. K. - und gesprochen Edeka.

1911 wurde aus der Abkürzung der bis heute gültige Firmen- und Markenname Edeka – vermutlich, weil es so einfacher auszusprechen war. Die Edeka-Gruppe ist seit 2005 durch die Übernahme der Spar Handelsgesellschaft der größte Verbund im deutschen Einzelhandel. Auch der Netto Marken-Discount ist ein Tochterunternehmen der Edeka-Gruppe.

Netto

Netto Marken-Discount betrieb 2021 4281 Filialen und war damit der nach Filialen größte Discounter Deutschlands (Bild: Getty).
Netto Marken-Discount betrieb 2021 4281 Filialen und war damit der nach Filialen größte Discounter Deutschlands (Bild: Getty). (tupungato via Getty Images)

Es gibt hierzulande gleich zwei Discounter-Ketten mit dem Namen "Netto" - allerdings kennen die meisten Menschen in Deutschland den Netto mit dem gelb-roten Logo. Beide Ketten gehören nicht zusammen. Der Netto mit schwarzem Logo ist vor allem in deutschen Nachbarländern bekannt. Während der "rot-gelbe" Netto Marken-Discount zu 100% zu Edeka gehört, ist der Netto Supermarkt mit Hund im Logo Teil der Dansk Supermarked-Gruppe.

Der Ausdruck netto steht laut Duden für „rein, ohne Abzug, ohne Verpackung“ (im Gegensatz zu brutto).

Diese Bedeutung steckt auch in dem Namen des Unternehmens mit dem schwarzen Logo: Netto soll symbolisieren, dass es nur um die „Ware“ selbst ging. Als in den 80er Jahren der erste Netto-Markt eröffnete, war Netto ein Discounter mit Waren in Kartons - ohne teure Möbel, Service, Musik, schicke Beleuchtung, wie man auf der Firmenhomepage erfährt. Es gab nur Waren in „billigen“ Regalen - und der Name "Netto" sollte den Eindruck erwecken, dass man nur für das Produkt bezahlt und nichts Überflüssiges.

Auch beim Netto Marken-Discount leitet sich der Name von "Nettokauf" ab, also dem Konzept, Produkte zu möglichst niedrigen Preisen anzubieten.

Penny

Penny hieß früher noch
Penny hieß früher noch "Penny Markt" (Bild: Getty) (Anne Czichos via Getty Images)

Der deutsche Lebensmittel-Discounter Penny mit Sitz in Köln gehört zur Rewe Group. Der Name des Tochterunternehmens leitet sich vom englischen Wort "Penny" ab, das die kleinste Geldeinheit darstellt.

Der Name "Penny" sollte dabei für preiswerte Produkte und niedrige Preise stehen. Die erste Filiale des Unternehmens wurde 1973 in Köln unter dem Namen "Penny Markt" eröffnet. Im Laufe der Jahre hat sich der Name etabliert und das Unternehmen wurde schließlich in "Penny" umbenannt.

Spar

Spar: Der Name klingt nur zufällig wie der Imperativ des deutschen Wortes
Spar: Der Name klingt nur zufällig wie der Imperativ des deutschen Wortes "Sparen" (Bild: Getty Images) (SOPA Images via Getty Images)

Der Name "Spar" hat entgegen der landläufigen Annahme nichts mit "Sparen" zu tun. Er wird offiziell in Großbuchstaben geschrieben und ist ein Akronym. Denn der Name des ursprünglich niederländischen Unternehmens leitet sich aus dem folgenden niederländischen Motto ab "Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig", was so viel heißt wie: "Durch einträchtiges Zusammenwirken profitieren alle gleichermaßen". Die Niederländer kürzen das mit "De Spar" ab, in Deutschland blieb nur "Spar". Seit SPAR im Jahr 2005 von der Edeka-Gruppe gekauft wurde, verschwanden jedoch die SPAR-Supermärkte in Deutschland.

dm

Götz Werner gründete die Drogeriekette
Götz Werner gründete die Drogeriekette "dm" 1973 in Karlsruhe. (Bild: Getty) (DeFodi Images via Getty Images)

Der Name ist "dm" ist eigentlich selbsterklärend - "dm" steht ganz einfach für Drogeriemarkt. Götz Werner gründete die Drogeriekette "dm" 1973 in Karlsruhe. Die Abkürzung steht genau genommen für Drogerie markt GmbH & Co. KG.

Das Unternehmen zählt heute mit mehr als 3300 Filialen und knapp 60.000 Mitarbeitern zu den größten Drogeriekonzernen in Europa.

Kaufland

Die erste Kaufland Filiale eröffnete im Jahr 1984 am heutigen Unternehmensstandort Neckarsulm. (Bild: Getty)
Die erste Kaufland Filiale eröffnete im Jahr 1984 am heutigen Unternehmensstandort Neckarsulm. (Bild: Getty) (Pannonia via Getty Images)

Kaufland ist, wie der Discounter Lidl, eine Tochter der Schwarz-Gruppe und betreibt Filialen in mehreren europäischen Ländern. Kaufland ist mit über 1.500 Filialen und über 148.000 Mitarbeitern in acht Ländern Europas vertreten. Die Kombination "Kauf" und "Land" soll vermutlich betonen, dass das Unternehmen ein breites Sortiment an Produkten anbietet.

Der Name leitet sich von der ursprünglichen Geschäftsidee des Unternehmens ab: Großflächige Selbstbedienungsläden, in denen Kunden größere Mengen einkaufen können. Mit durchschnittlich 30.000 Artikeln bietet das Unternehmen bis heute ein großes Sortiment an Lebensmitteln und Waren für den täglichen Bedarf.

Video: Das sind die veganfreundlichsten Supermärkte in Deutschland