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„Drosten-Studie“: So gefährlich sind Superspreader wirklich

·Lesedauer: 3 Min.

Als die Studie zur Corona-Ansteckung unter der Leitung von Christian Drosten vergangenes Jahr in Form eines Vorabdrucks erschien, sorgte sie für zahlreiche Medienartikel und Debatten. Unter anderem deswegen, weil Drosten, Professor für Virologie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, daraus ableitete, dass Kinder in etwa genauso ansteckend seien wie Erwachsene. Mit dieser Aussage wiederum rechtfertigten Politikerinnen und Politiker umstrittene Maßnahmen wie Schul- und Kitaschließungen. Nun ist Drostens Untersuchung vollständig im Fachmagazin „Science“ publiziert worden – und dessen anfänglicher Eindruck scheint sich bestätigt zu haben.

Darüber berichtet das Ärztemagazin „Medscape“. An der Studie hatten demnach 25.381 Menschen teilgenommen, bei denen zwischen dem 24. Februar 2020 und dem 2. April 2021 mindestens ein PCR-Test positiv ausgefallen war. 1.533 von ihnen waren mit der sogenannten „britischen“ Corona-Variante Alpha (B.1.1.7) infiziert. Das Forschungsteam um Christian Drosten teilte ihre Probandinnen und Probanden in drei etwa gleich große Gruppen ein.

Nur ein geringer Teil der Testpersonen war hochinfektiös

Gruppe eins: Menschen, die im Verlauf ihrer Corona-Infektion irgendwann ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Der Altersdurchschnitt in dieser Gruppe lag „Medscape“ zufolge bei 63,2 Jahren. Gruppe zwei: Menschen, die präsymptomatisch, asymptomatisch oder mild-symptomatisch sind (präsymptomatisch bedeutet, dass eine infizierte Person trotz positiven PCR-Tests zunächst keine Symptome zeigt, doch dann nach einigen Tagen welche auftreten). In dieser zweiten Gruppe lag der Altersdurchschnitt bei 38 Jahren. Die dritte Gruppe bezeichnete das Forschungsteam als „Sonstige“ – ihre Mitglieder waren im Schnitt 49,1 Jahre alt.

In allen Gruppen prüften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dann unter anderem, wie hoch die Viruslast bei den Teilnehmenden nach deren erstem positiven PCR-Test war. Außerdem bestimmten sie jeweils die sogenannte Replikationsfähigkeit des Virus. Sie wird an der Anzahl der Zellkulturen gemessen, die das Virus bei einem Infizierten bildet.

Das Ergebnis: Es scheint nur eine kleine Gruppe Infizierter zu sein, die für einen Großteil der Ansteckungen verantwortlich ist. 8,78 Prozent aller Testpersonen waren hochinfektiös, wiesen also bei ihren Abstrichen eine besonders hohe Viruslast auf. Diese Personen sind sogenannte Superspreader. Besonders die prä-, mild- und asymptomatischen Probandinnen und Probanden waren in dieser Gruppe stark vertreten – sie stellten etwa 36 Prozent der hochinfektiösen Personen.

Drosten-Studie ist Abbild der Zeit vor 14 Monaten

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Zwischen den verschiedenen Altersgruppen gab es keinen nennenswerten Unterschied, was die Viruslast angeht – zumindest nicht bei den Probandinnen und Probandinnen, die älter als 20 sind. Bei Kindern und Jugendlichen lag die Viruslast beim ersten positiven Test leicht unter dem Durchschnittswert der Erwachsenen. Generell zeigen diese Auswertungen: Es scheinen nicht bestimmte Altersgruppen zu sein, die die Verbreitung des Coronavirus antreiben – sondern bestimmte Individuen.

Die Ergebnisse von Drostens Studie können helfen, Ansteckungsrisiken und politische Maßnahmen wie zum Beispiel Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen zu bewerten und anzupassen. Wie jede andere wissenschaftliche Studie unterliegt aber auch diese Untersuchung einigen Einschränkungen. Auch das wird im „Medscape“-Artikel thematisiert. Sie ist zum Beispiel nur das Abbild eines Zustands, der bereits 14 Monate her ist. Seither hat sich an der Corona-Lage in Deutschland vieles verändert, etwa durch das Auftauchen der neuen Virusmutanten und durch die steigende Zahl der Impfungen.

jb

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