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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 12.11.2020 -17.00 Uhr

·Lesedauer: 5 Min.

GESAMT-ROUNDUP/Corona-Lage bleibt ernst: Kein schnelles Ende der Einschränkungen

BERLIN - Vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten zeichnet sich weiterhin keine Entspannung der Lage ab. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch in ganz Deutschland zu, Kliniken meldeten zunehmend Engpässe, hieß es am Donnerstag beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. "Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen", kündigte RKI-Chef Lothar Wieler an.

USA: Zahl neuer Anträge auf Arbeitslosenhilfe gesunken

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe zurückgegangen, bleibt in der Corona-Krise aber auf hohem Niveau. In der vergangenen Woche beantragten 709 000 Menschen Hilfen, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit 731 000 Erstanträgen gerechnet. In der Woche davor waren es noch 757 000 - die Zahl wurde nachträglich um 6000 nach oben korrigiert.

USA: Inflationsrate sinkt stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Verbraucherpreise im Oktober etwas moderater gestiegen als erwartet. Die Jahresinflationsrate fiel von 1,4 Prozent im Vormonat auf 1,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,3 Prozent im Jahresvergleich gerechnet.

Brexit-Handelspakt: Verhandlungen ziehen sich in die nächste Woche

BRÜSSEL/LONDON - Die Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt zwischen der Europäischen Union und Großbritannien gehen abermals in die Verlängerung. Bis einschließlich dieses Wochenende sollten sie in London laufen, kommende Woche dann wieder in Brüssel, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag.

Ifo-Institut: Fehlende Investitionen belasten Arbeitsmarkt

MÜNCHEN - Das Ifo-Institut befürchtet durch ausbleibende Investitionen langfristige Schäden für Arbeitsplätze und Volkswirtschaft. Die Ausrüstungsinvestitionen hätten sich schon 2019 äußerst schwach entwickelt und dürften "noch bis zum Jahr 2022 auf niedrigem Niveau verharren. Dies kann dazu führen, dass nicht genügend neue Arbeitsplätze entstehen", erklärte Professor Joachim Ragnitz von der Ifo-Niederlassung Dresden am Donnerstag.

ROUNDUP 2: Inflationsrate zum dritten Mal in diesem Jahr negativ

WIESBADEN - Deutlich gesunkene Energiepreise und niedrigere Mehrwertsteuersätze haben die Inflationsrate in Deutschland auch im Oktober unter die Nullmarke gedrückt. Die Verbraucherpreise lagen um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Ein Grund sei weiterhin die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer, erklärte die Wiesbadener Behörde. Sie bestätigte vorläufige Daten. Eine Jahresinflationsrate von minus 0,2 Prozent war auch im September errechnet worden. Im Juli lag sie bei minus 0,1 Prozent.

Eurozone: Industrieproduktion schrumpft überraschend

LUXEMBURG - Die Erholung in der Industrie der Eurozone hat im September ein vorläufiges Ende gefunden. Die Industrieproduktion sei in den 19 Euroländern zum Vormonat um 0,4 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Anstieg um 0,6 Prozent prognostiziert. Im August war die Produktion noch um revidierte 0,6 Prozent (zunächst 0,7) gestiegen. Seit Mai hatte sich die Produktion erholt. Das Tempo verlangsamte sich jedoch.

Britische Wirtschaft erholt sich stark von Corona-Einbruch

LONDON - Die Wirtschaft Großbritanniens hat sich in den Sommermonaten stark vom Corona-Einbruch im Frühjahr erholt. Im dritten Quartal sei die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 15,5 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mit. Analysten hatten für Juli bis September einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in dieser Größenordnung erwartet. Sie waren im Schnitt von einem Anstieg um 15,8 Prozent ausgegangen.

Deutschland: Inflation bleibt wie erwartet unter der Nullmarke

WIESBADEN - Die Inflation in Deutschland verharrte im Oktober weiter unter die Nullmarke. Die Verbraucherpreise lagen um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Damit wurde eine erste Erhebung wie von Analysten erwartet bestätigt. Eine negative Jahresinflation hatten die Statistiker bereits im Juli mit minus 0,1 Prozent und im September mit minus 0,2 Prozent gemeldet.

Novemberhilfen: Abschlagszahlungen sollen ab Monatsende fließen

BERLIN - Bei den Novemberhilfen für Firmen im Teil-Lockdown sollen erste Gelder ab Ende des Monats ausgezahlt werden. Das teilten Finanz- sowie Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Geplant sind zunächst Abschlagszahlungen, erste Auszahlungen soll es ab Ende November geben. Soloselbständige sollen eine Abschlagszahlung von bis zu 5000 Euro erhalten, Unternehmen bis zu 10 000 Euro. Die Antragstellung starte über eine Plattform in der letzten November-Woche, voraussichtlich am 25. November.

ROUNDUP 2/Zoff mit Ungarn: EU droht mitten in Corona-Krise neue Zerreißprobe

BRÜSSEL - Der EU droht mitten in Corona-Krise eine neue Zerreißprobe. Die ungarische Regierung hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den anderen Mitgliedstaaten angekündigt, dem gerade erst mit dem Europaparlament abgestimmten EU-Finanzpaket für die kommenden sieben Jahre nicht zustimmen zu können. Hintergrund ist ein Streit um die Ahndung von Rechtsstaatsverstößen. Sollte die Regierung in Budapest Taten folgen lassen, könnten auch die geplanten EU-Corona-Hilfen im Umfang von bis zu 750 Milliarden Euro nicht wie vorgesehen auf den Weg gebracht werden. Dies wiederum könnte für Länder wie Italien schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen haben.

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