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dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 09.06.2020 - 17.00 Uhr

ROUNDUP 3: 'Horrorzahlen' im April - beispielloser Exporteinbruch in der Krise

WIESBADEN - Die Corona-Krise hat den stärksten Exporteinbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte ausgelöst. Der Wert der Warenausfuhren stürzte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro ab. Der Außenhandelsverband BGA sprach von "Horrorzahlen". "Erstmals sehen wir in vollem Ausmaß die verheerende Wirkung der Covid-19-Pandemie im Außenhandel", sagte Ines Kitzing, 1. Vizepräsidentin des Verbandes. "Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen in den Lieferketten haben tiefe Spuren hinterlassen." Ökonomen hoffen, dass nun der Tiefpunkt erreicht ist.

RATING: S&P senkt Ausblick für Japans Bonitätsnote

NEW YORK - Die US-Ratingagentur Standard & Poors's (S&P) hat den Ausblick für die Kreditbewertung für Japan wegen den Auswirkungen der Corona-Krise gesenkt. Die Bonitätsnote bleibe für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zwar bei "A+", teilte S&P am Dienstag in New York mit. Der Ausblick wurde jedoch von "positiv" auf "stabil" reduziert. Die Bonitätswächter erwarten also zunächst keine Hochstufung des Ratings mehr. Die aktuelle Note liegt vier Stufen unterhalb der Bestnote.

Frankreichs Notenbank erwartet Konjunkturabsturz und hohe Arbeitslosigkeit

PARIS - Die französische Notenbank rechnet mit einem massiven Schaden durch die Corona-Krise für die konjunkturelle Entwicklung in Frankreich. Aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Zentralbank geht hervor, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent einbrechen dürfte. Nach diesem Rückschlag werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich erst Mitte 2022 wieder das Niveau erreichen, das Frankreich im Jahr 2019 erzielen konnte. Es ist die erste Prognose zur konjunkturellen Entwicklung durch die Notenbank seit Beginn der Krise.

Eurozone: Wirtschaft bricht etwas weniger ein als gedacht

LUXEMBURG - Die Wirtschaft der Eurozone ist im ersten Quartal wegen der Corona-Krise eingebrochen, allerdings etwas weniger als bisher bekannt. Nach Angaben des Statistkamts Eurostat vom Dienstag schrumpfte die Wirtschaftsleistung (BIP) in den 19 Euroländern von Januar bis einschließlich März um 3,6 Prozent. Das ist etwas weniger als der bisher genannte Rückgang von 3,8 Prozent.

ROUNDUP: Nordkorea will alle Kommunikationsverbindungen zu Südkorea kappen

SEOUL - Nach monatelangem Stillstand in den Beziehungen zu Südkorea will Nordkorea jetzt sämtliche Kommunikationskanäle zwischen den Regierungen und den Militärs beider Länder kappen. Die Maßnahme werde am Dienstagmittag (Ortszeit) wirksam, berichteten die Staatsmedien am Morgen. Sie sei nur der erste Schritt, "um alle Kontaktwege" abzuschneiden. Der Schritt hatte sich zuvor abgezeichnet: Nordkorea hatte der Regierung in Seoul in den vergangenen Tagen wiederholt vorgeworfen, die gegen Pjöngjang gerichteten Propaganda-Aktionen südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge an der Grenze zu dulden.

ROUNDUP: Corona-Tests ohne Symptome können auf breiter Front kommen

BERLIN - Im Kampf gegen das Coronavirus sind jetzt auch Tests ohne akute Krankheitsanzeichen auf breiter Front möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Eine am Dienstag verkündete Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) legt dafür eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten fest. Dies zielt auch auf die geplante freiwillige Corona-Warn-App für Smartphones ab, die Nutzer über enge Kontakte zu Infizierten informieren soll. Weitere Laborkapazitäten für eine deutliche Ausweitung der Tests sind noch vorhanden.

ROUNDUP 2/Am Jahrestag: Polizei geht gegen Protestbewegung in Hongkong vor

HONGKONG - Ein Jahr nach Beginn der Demonstrationen in Hongkong hat ein Großaufgebot von Polizei neue Proteste unterbunden. Tausende Hongkonger waren am Dienstag wieder auf die Straßen gegangen. Doch sofort marschierten massive Sicherheitskräfte auf, die auch mit Pfefferspray vorgingen und eine unbekannte Zahl von Menschen festnahmen. Zum Jahrestag der ersten Massendemonstration am 9. Juni 2019 rief die Protestbewegung zum entschiedenen Widerstand gegen die Regierung und den Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung auf.

Portugiese Centeno hört als Eurogruppen-Chef auf

LISSABON/BRÜSSEL - Die Eurogruppe muss sich mitten in der Corona-Krise einen neuen Chef suchen. Der bisherige Vorsitzende, der Portugiese Mário Centeno, trat am Dienstag als Finanzminister seines Landes zurück, wie Präsident Marcelo Rebelo de Sousa in Lissabon mitteilte. Somit steht fest, dass der 53 Jahre alte Volkswirt auch in Brüssel nach Ende seines zweieinhalbjährigen Mandats am 13. Juli nicht weitermacht. Der einflussreiche Eurogruppen-Chef organisiert die Beratungen der Finanz- und Wirtschaftsminister der Währungsgemeinschaft und lotet bei strittigen Themen Kompromisse aus.

Kretschmann kritisiert Senkung der Mehrwertsteuer

STUTTGART - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seine Kritik an der Senkung der Mehrwertsteuer bekräftigt. Diese Maßnahme der Bundesregierung wirke diffus. Profiteure der Corona-Krise wie etwa Amazon <US0231351067> bekämen die Steuersenkung genauso wie ein Einzelhändler, der von der Krise schwer gebeutelt sei, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

Mallorca-Regierung: Bis zu 10 900 Deutsche dürfen auf Balearen reisen

PALMA - Mallorca und andere spanische Baleareninseln wollen ab Montag insgesamt bis zu 10 900 Urlauber aus Deutschland einreisen lassen. Das teilte die Regionalpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, am Dienstag in Palma de Mallorca mit. Das sind fast doppelt so viele wie spanische Medien am Vortag berichtet hatten.

ROUNDUP: Baubranche setzt trotz Corona-Krise mehr um

WIESBADEN - Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben bisher keine Auswirkungen auf den Umsatz am Bau in Deutschland. Im März verbuchte das Bauhauptgewerbe 11,8 Prozent höhere Erlöse als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ergab sich nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde ein Plus von 11,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 2,2 Prozent.

UN-Experte alarmiert über Nahrungsmangel in Nordkorea

GENF - In Nordkorea sind nach Angaben eines UN-Experten für Menschenrechte Nahrungsmittel knapp. Es gebe alarmierende Berichte über einen Anstieg der Zahl von Kindern und Erwachsenen, die in größeren Städten obdachlos auf der Straße lebten, berichtete Tomás Ojea Quintana, Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats für Nordkorea, am Dienstag. Immer mehr Familien hätten nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag oder nur noch Mais zu essen, manche hungerten.

Indien: Gericht weist Bundesstaaten an, Wanderarbeiter heimzubringen

NEU DELHI - Das höchste Gericht Indiens hat die Bundesstaaten angewiesen, gestrandete Wanderarbeiter innerhalb der nächsten 15 Tagen in ihre Dörfer zu bringen. Seit Wochen sind Millionen Wanderarbeiter auf den Straßen der größten Demokratie der Welt unterwegs, weil sie wegen der Ende März kurzfristig angekündigten Einschränkungen des alltäglichen Lebens plötzlich ihre Jobs in den großen Städten verloren haben. Die Menschen haben Angst zu verhungern und machen sich daher in Richtung ihrer Heimatdörfer auf. Dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.