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Wall Street reagiert mit Kursschwankungen auf Coronasorgen

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US-Anleger befürchten, dass eine zweite Corona-Welle die wirtschaftliche Erholung verhindern könnte. Das sorgt für volatile Kurse an der Wall Street.

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa

Die Angst vor einer zweiten Welle sorgt für gemischte Reaktionen der US-Anleger und somit für Kursschwankungen. So öffnet der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,3 Prozent tiefer, sinkt dann weiter auf minus 0,7 Prozent, notiert derzeit aber wieder 0,4 Prozent im Plus bei 25.990 Punkten.

Der technologielastige Nasdaq liegt 0,9 Prozent im Plus bei 10.100 Punkten. Der breit gefasste S & P 500 0,5 Prozent im Plus bei 3113 Zählern.

In den Vereinigten Staaten steigen die Neuinfektionen insbesondere im Süden des Landes. Die Anzeichen, dass sich das Virus wieder stärker ausbreitet, häufen sich. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Sonntag so stark wie nie.

„Die Investoren suchen nach Klarheit, was die steigenden Infektionszahlen mit der Wirtschaft machen“, sagte Art Hogan, Stratege beim Finanzdienstleister National Securities. „Die Sorge ist jetzt, dass Teile der Wirtschaft wieder geschlossen werden, wenn es zu Infektionsausbrüchen kommt.“

„Die Investoren halten ein Auge darauf, wie die Verbraucher auf den Anstieg der Fälle reagieren“, sagte auch Keith Buchanan, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Globalt in Atlanta. „Wenn wir nicht sehen, dass das Verbrauchervertrauen zurückkehrt, könnte das durchaus die Risikoeinschätzung am Markt beeinflussen.“

Allerdings wetten auch einige Investoren darauf, dass die politischen Entscheidungsträger nicht bereit sein werden, die wieder aufflammende Geschäftstätigkeit zu stoppen und somit die wirtschaftlichen Erholung zu verlangsamen.

„Der Markt glaubt nicht, dass wir solch drakonische Lockdowns erleben werden, selbst wenn es ein Wiederaufleben des Virus geben sollte. Die Politik hat sich weiterentwickelt“, sagte James Athey, ein Vermögensverwalter bei Aberdeen Standard Investments.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump sieht keine zweite Welle der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten. Zwar gebe es in Bundesstaaten wie Florida ein Aufflackern bei den Neuinfektionen, sagt Larry Kudlow dem TV-Sender CNBC.

Es sei aber unwahrscheinlich, dass es im ganzen Land weit verbreitete Shutdowns geben werde. „Es gibt einige Hotspots. Wir sind dran“, sagt Kudlow. „Es wird keine zweite Welle kommen.“

Einzelwerte im Fokus

Abwärts ging es für die Aktien der Reiseunternehmen, die besonders stark unter der Pandemie leiden. Der entsprechende Index gab 2,1 Prozent nach. Die Aktien der Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean und Norwegian Cruise verloren bis zu 8,9 Prozent, die Titel von Fluggesellschaften wie United oder JetBlue bis zu fünf Prozent.

Die Papiere von American Airlines sackten um 7,8 Prozent ab. Das schwer unter der Krise leidende Unternehmen will seine Liquidität um 3,5 Milliarden Dollar aufstocken und plant dazu die Ausgabe von Aktien und Wandelschuldverschreibungen. David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets, sagte, die Fluggesellschaften rüsteten sich so darauf, den Betrieb im kommenden Monat wieder anlaufen zu lassen. Delta Air Lines wolle am 25. Juni wieder Flüge von den USA nach China anbieten - „ein weiteres Zeichen, dass der Sektor zu Normalität zurückkehrt“.

Die Papiere des Fleischkonzerns Tyson gaben 3,7 Prozent nach. Der chinesische Zoll hat die Einfuhr von Geflügel aus einer Schlachterei verboten, in der es zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen war.

Um bis zu 18 Prozent aufwärts ging es für die Aktien von Virgin Galactic. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit der US-Weltraumbehörde Nasa ein Programm, um private Flüge zur Internationalen Raumstation ISS zu ermöglichen.

Mit Agenturmaterial

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