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Mit diesem neuartigen Waschmittel setzt ein hessisches Startup Millionen um – ich habe es getestet

Waschmittel im Papierumschlag: Das Startup Kuno will etwas für die Umwelt tun – und gleichzeitig Geld verdienen. - Copyright: Kuno
Waschmittel im Papierumschlag: Das Startup Kuno will etwas für die Umwelt tun – und gleichzeitig Geld verdienen. - Copyright: Kuno

Nur wenige Alltagsprodukte lösen Emotionen in mir aus. Waschmittel aus dem Supermarkt gehört ganz sicher nicht dazu: Die Behälter sind schwer, nehmen Platz weg und sehen im Bad scheußlich aus. Zudem sind die meisten Fabrikate das Gegenteil von umweltfreundlich: So enthalten viele Waschmittel lösliches Mikroplastik, das über die Waschmaschine ins Abwasser und später auf Felder oder ins Meer gelangen kann. Hinzu kommen teilweise belastende Duft- und Bleichstoffe. Erstaunlich: Die Experten der Fachzeitschrift Ökotest stuften 2019 nur knapp ein Viertel von 25 getesteten Waschmitteln als „empfehlenswert“ ein. Die vermeintliche Top-Marke Ariel schnitt am schlechtesten ab.

Kuno setzt auf Nischentrend

Umso neugieriger war ich, als ich kürzlich auf Kuno aufmerksam wurde. Die Marke wirbt mit einem neuen Waschmittel in Streifenform. Dünn wie Papier und etwa drei mal fünf Zentimeter groß. Obendrein „frei von Einwegplastik, vegan und nachhaltig“, wie es auf der Website heißt. Mehr noch: Durch die spezielle Darreichungsform seien schwere (Plastik-)Behältnisse im wahrsten Sinne überflüssig.

Hinter Kuno steht ein Startup aus dem hessischen Butzbach bei Frankfurt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Waschvorgänge umweltfreundlicher zu gestalten. Gegründet wurde die Firma 2021 von Tom Mayr und Etienne Schmalfuß, zwei jungen Unternehmern mit Marketinghintergrund.

Mit ihrer Idee liegen die beiden voll im Trend. Das Geschäft mit nachhaltigen Reinigungsmitteln ist zwar noch klein, wächst aber rasant. Firmen wie Everdrop erzielen bereits in den ersten Jahren hohe Millionenumsätze. Dieses Jahr will Everdrop gar rund 100 Millionen Euro erwirtschaften. Ähnliche Ambitionen verfolgt auch Kuno: „Wir planen für 2022 mit einem Umsatz zwischen ein bis drei Millionen Euro“, sagt Mitgründer Tom Mayr am Telefon. Schon jetzt arbeite das Startup profitabel. 24.000 Kunden sollen bislang mindestens einmal bestellt haben. Aber bewährt sich das viel gepriesene Waschmittel auch im Alltag? Das wollte ich herausfinden und habe Kuno getestet.

So lief der Praxistest

Dafür wurde mir ein Testexemplar zur Verfügung gestellt. Eine Einzelpackung reicht laut Angabe für 60 Waschladungen und ist für helle, dunkle und bunte Wäsche geeignet. Im Onlineshop verlangt Kuno dafür 19,99 Euro. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Flasche der Marke Ariel mit 30 Waschladungen kostet circa sechs Euro. Was mir bei Erhalt sofort auffällt: Die Verpackung verströmt einen intensiven, aber angenehmen Duft nach Frischwäsche. So, als habe man sie vor Versand mit Weichspüler übergossen. Sollte meine Wäsche später tatsächlich so duften, wäre das ein Pluspunkt.

Auch die Haptik der Verpackung überrascht positiv. Kuno verschickt die Waschstrips in einem braunen Papierumschlag, der problemlos in jeden Briefkastenschlitz passen würde. Für Menschen wie mich, die viel Wert auf platzsparende und schön designte Verpackungen legen, ist das ein Kaufargument. Die Streifen selbst sind unspektakulär. Sie sind farblos und fühlen sich an wie Klarsichtfolie.

So sehen die Waschmittelstreifen von Kuno aus. Sie werden einfach mit in die Waschtrommel gegeben und lösen sich durch den Kontakt mit Wasser rückstandslos auf. - Copyright: Gründerszene
So sehen die Waschmittelstreifen von Kuno aus. Sie werden einfach mit in die Waschtrommel gegeben und lösen sich durch den Kontakt mit Wasser rückstandslos auf. - Copyright: Gründerszene

Nun aber zum wichtigen Teil – dem Praxistest. Dafür gebe ich in zwei Waschgängen jeweils einmal leicht verschmutzte Schwarzwäsche (T-Shirts, Pullover und Jeans) sowie einmal mäßig bis stark verschmutzte Weißwäsche (T-Shirts, Geschirrhandtücher und Socken) in die Waschtrommel.

Aber wie viele Waschstreifen muss ich nun dazugeben? Laut Packungsangabe hängt das von drei Faktoren ab: Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Waschmenge. In den meisten Fällen seien ein bis maximal zwei Streifen jedoch ausreichend. Ich lege vorsichtshalber jeweils zwei Streifen auf die Wäsche in der Trommel. Auf Weichspüler verzichte ich. Ich werfe die Maschine an: Vollwaschgang bei 40 Grad.

Kuno-Waschmittel überzeugt nur teilweise

Das Ergebnis: Auf den ersten Blick positiv. Die Schwarzwäsche sieht sauber aus. Von einigen wenigen Staubflusen abgesehen, kann ich auf keinem der gewaschenen Kleidungsstücke Flecken erkennen. Die Wäsche war vorher aber auch eher verschwitzt denn grob verschmutzt. Umso enttäuschter bin ich, dass sie nach dem Waschgang nicht nach Lavendel oder Holunder duftet, so wie nach dem Öffnen der Verpackung. Es ist eher ein neutraler Geruch. So, als habe sie schon zwei Wochen im Schrank gelegen. Da habe ich mir mehr versprochen. Immerhin: Den Schweißgeruch hat das Waschmittel zuverlässig beseitigt.

Bei der Weißwäsche fällt das Waschergebnis gemischt aus. Positiv überraschen mich zunächst die sechs Paar Socken: Die sehen fast aus wie neu. Dabei waren sie wegen der schwarzen Einlagen in meinen Sneakern mit am gröbsten verschmutzt – ein klarer Pluspunkt. Nicht beseitigen konnte Kuno die hartnäckigen Flecken auf den Geschirrspülhandtüchern. Obwohl ich mit zwei Streifen schon mehr Waschmittel verwendet habe als empfohlen, sind noch immer gelbe Verfärbungen erkennbar. Ähnlich bestätigt mir das auch eine Kollegin, die Kuno ebenfalls ausprobiert hat. Sie sagt: Gegen die stark verschmutzte Kleidung meiner zwei Kleinkinder ist das Waschmittel nicht angekommen.

Fazit

Damit löst Kuno eines seiner Versprechen leider nur teilweise ein. Auf der Webseite des Startups heißt es nämlich, das Waschmittel könne „selbst gröbere Verschmutzungen“ entfernen. Womöglich hätte es geholfen, vorab eine Kernseife zu nutzen, die Kuno ebenfalls in seinem Shop anbietet. Die Seife würde noch einmal 4,99 Euro kosten. Insgesamt ist das Testergebnis aber in Ordnung.

Am Telefon zeigt sich Kuno-Mitgründer Tom Mayr von den Ergebnissen nicht überrascht. Für grobe Verschmutzungen, etwa bei Kinderwäsche, sei das Waschmittel tatsächlich eher nicht geeignet. Für „70 bis 80 Prozent“ der normalverschmutzten Alltagskleidung hingegen schon, wie Mayr betont. Der Fokus des Unternehmens liege aktuell auf dem Umweltaspekt – unbedenkliche Inhaltsstoffe, weniger Verpackung, nachhaltige Produktion und Transportwege.

Vor allem letzterer Aspekt ist jedoch noch ausbaufähig: Bislang lässt Kuno die Produkte in China produzieren. Das soll sich laut Mayr noch dieses Jahr ändern. Man sei derzeit dabei, eine eigene Produktionslinie in Deutschland aufzubauen. Auch liefen erste Gespräche mit Supermarktketten wie Rewe und Edeka, um das Waschmittel im Einzelhandel anbieten zu können. Neue Produkte soll es bald ebenfalls geben, vor allem weitere Reinigungsmittel. Das Kuno dies drauf hat, hat der Selbstversuch in jedem Fall bewiesen: Die Waschmittelstreifen haben sich rückstandslos aufgelöst.

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