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Diesel-Gründer und Milliardär Renzo Rosso erklärt, warum die Deutschen keine Mode können – und wie Whatsapp ihn durch die Krise gebracht hat

·Lesedauer: 2 Min.
Renzo Rosso 2016 in Mailand
Renzo Rosso 2016 in Mailand

Renzo Rosso, 65, gründete einst das Modelabel Diesel und wurde Milliardär. Sein Luxuskonzern "Only the Brave" kaufte jüngst das Modelabel Jil Sander. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) sprach Rosso über den Kauf des einstigen Hamburger Labels. Aber auch darüber, warum die Deutschen an der Mode scheitern und wie Whatsapp während der Corona-Krise beim Umsatz half.

Jil Sander, sagte Rosso, sei "eine wundervolle Marke" und "eine Krönung für mich". Die Marke sei trotz mehrerer Wechsel der Eigentümer intakt geblieben. Die minimalistische Marke von Jil Sander ergänze seine Mode-Holding hervorragend.

"Welcome to the world of luxury"

Die deutsche Modedesignerin Jil Sander habe er "früher in Mailand" kennengelernt. Sie habe ihm nach der Übernahme "eine sehr nette Nachricht geschickt" und ihn nach Hamburg eingeladen. "Welcome to the world of luxury", habe sie ihm geschrieben mitgeteilt, dass sie froh sei, "weil die Marke nicht in besseren Händen hätte landen können".

Warum in Deutschland Modehäuser wie Joop, Escada oder Strenesse aufgeben, erklärte sich Rosso so: Italien sei sehr modeaffin. Dort gebe es die gesamte Wertschöpfungskette. "Deutschland fehlt all das", sagte er der "SZ".

Dafür habe Deutschland die Autoindustrie. "Porsche, Mercedes, Audi, BMW! Mein erstes Auto war ein Fiat. Danach habe ich nur noch Mercedes gekauft", sagte Rosso. Jetzt fahre er einen Lamborghini, also eine italienische Marke, die aber von Audi übernommen wurde. Kein Sportwagen, sondern ein SUV, Modell Urus.

"Neuorganisation des Unternehmens"

Bei Jil Sander wolle er nichts ändern, die Chefdesigner machten einen tollen Job. Es gehe "um die Neuorganisation des Unternehmens, das ja seit vielen Jahren Verluste schreibt". Die vorrangige Aufgabe sei es, "Jil Sander profitabel zu machen und der Marke zu der Sichtbarkeit zu verhelfen, die sie verdient".

Die Corona-Pandemie habe den Druck auf die Branche erhöht. Jeden Morgen hätten sich in Rossos Konzern zehn Top-Manager in einem "war room", dem Krisenstab, getroffen, um Maßnahmen gegen die Corona-Krise auszuarbeiten. Rosso hätte seinen Leuten "brutal Druck bei der Digitalisierung gemacht. Ich wollte einen total direkten Kontakt zu Online-Kunden haben".

Die Läden seien geschlossen gewesen, doch das Verkaufspersonal habe weitergearbeitet. "Mit Whatsapp zum Beispiel. Sie haben direkt mit den Kunden gesprochen, ihnen die Produkte vorgeführt und sie anprobiert", so Rosso. Der Umsatz der Holding sei 2020 nur um 12 Prozent gesunken, das sei die Hälfte des Branchendurchschnitts. "Wir haben so einen unglaublichen Job gemacht", bilanzierte Rosso.

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