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Diese Managerin soll Engie in die Zukunft führen

·Lesedauer: 3 Min.

Frankreichs Versorger Engie hat lange unter internen Fehden gelitten. Eine Frau, die bislang nichts mit dem Konzern zu tun hatte, soll es nun richten.

Acht Monate Zeit gelassen hat sich der Verwaltungsrat von Frankreichs großem Versorger Engie, um eine Nachfolgerin für die frühere Vorstandschefin Isabelle Kocher zu finden. Jetzt ist sie endlich gefunden – Catherine MacGregor tritt am 1. Januar 2021 an.

Die 48-Jährige hat ihre Karriere fast ausschließlich bei Unternehmen des Öl- und Gasgeschäfts gemacht, vor allem beim US-Konzern Schlumberger. Zuletzt leitete sie Technip FMC, einen ehemals französischen Hersteller von schwerem Gerät für die Förderung von Erdöl und -gas. Doch der geriet nach einer Korruptionsaffäre, die mit teuren Strafen in den USA endete, unter amerikanische Kontrolle.

Die in Marokko geborene MacGregor ist in Frankreich kaum bekannt. Französische Medien beschreiben sie als offen, unkompliziert und jederzeit ansprechbar. Doch schrecke sie keineswegs vor harten Entscheidungen zurück. Der Pariser Management-Stil, manchmal auch von Seilschaften und Intrigen gekennzeichnet, sei ihr dagegen völlig fremd.

Nur selten schaffen es Manager, die nicht dem elitären Zirkel französischer Absolventen von Elite-Hochschulen angehören, oder Personen mit einem maßgeblich nicht-französischen Lebenslauf auf einen der Top-Posten in dem Land. Der Kanadier Ben Smith bei Air France-KLM und der Deutsche Thomas Buberl beim Versicherer Axa zählen zu den Ausnahmen, die die Regel bestätigen.

Noch schwerer haben es Frauen. Auch wenn Frankreich die Bundesrepublik deutlich abhängt, was die Präsenz von weiblichen Vorständen angeht: Ein CAC 40-Unternehmen hatte bislang nur eine Frau geleitet, Isabelle Kocher bei Engie. Sie war Anfang dieses Jahres abgelöst worden, weil ihre Strategie und ihr Stil die Führungsgremien und den Staat, der noch knapp 24 Prozent der Anteile hält, nicht mehr überzeugten.

Die Vorgängerin war bei Engie nicht wohl gelitten

Kocher wurde vorgeworfen, sie treffe ihre Entscheidungen zu selbstherrlich, gehe ruppig mit Untergebenen um und Engie tanze unter ihrer Führung auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig. Der heutige Verwaltungsratschef Jean-Pierre Clamadieu ließ rasch durchblicken, dass er Kocher loswerden wolle.

Nachdem ihm dies gelungen war, machte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire aber klar, dass der Staat bei Engie kein Zurück zum trauten Untereinander der männlichen Alpha-Tierchen sehen wolle. Clamadieu folgte der Vorgabe und präsentierte eine Shortlist, auf der neben MacGregor zwei weitere Frauen – und nur ein Mann standen.

Claire Waysand, die Engie vorübergehend geleitet hat, stand allerdings nicht darauf. Die 51-Jährige hat mehrere Spitzenfunktionen in der französischen Politik und Verwaltung innegehabt. Zuletzt war sie Generalinspekteurin für Finanzen im mächtigen Finanzministerium.

Von einer „schwierigen Phase der Unternehmensführung“ sprach MacGregor wegen der Vorgeschichte ihrer Ernennung im ersten Interview, dass sie seit der Entscheidung zu ihren Gunsten gegeben hat. Ihr Urteil lautete: „Unsere Gruppe leidet unter ihrer zu großen Komplexität.“ Die will Engie künftig unter anderem dadurch verringern, dass die Beteiligung von gut dreißig Prozent am Wasser- und Recyclingdienstleister Suez abgestoßen wird.

Doch die französische Nummer Zwei auf diesem Gebiet wehrt sich noch dagegen, von der Mutter in die Arme des Marktführers Veolia gedrängt zu werden. MacGregors Programm, Engie auf erneuerbare Energien und Umweltdienstleistungen zu konzentrieren, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem ihrer Vorgängerin. Mit Spannung wird man verfolgen, ob sie mehr Glück auf dem heiklen Posten hat als Isabelle Kocher.