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Devisen: Eurokurs steigt deutlich über 1,21 US-Dollar

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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> ist am Montag nach einem robusten Ifo-Geschäftsklima gestiegen. Im New Yorker Handel kletterte die Gemeinschaftswährung noch etwas weiter auf zuletzt 1,2167 US-Dollar. Im europäischen Vormittagsgeschäft war sie noch vor dem Ifo-Index zeitweise unter 1,21 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2133 (Freitag: 1,2139) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8242 (0,8238) Euro gekostet.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft des Währungsraums, hatte sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar trotz Corona-Beschränkungen aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima erreichte den höchsten Stand seit Oktober. Der Anstieg des wichtigsten deutschen Konjunkturindikators fiel außerdem deutlich stärker als erwartet aus. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Zukunftsaussichten besser.

"Das war eine deutlich positive Überraschung", sagte Uwe Burkert, Chefökonom der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Offenbar schauten die Unternehmen durch die Risiken einer dritten Corona-Welle hindurch. Auch die bislang nur zögerlichen Fortschritte der Impfungen haben die Konjunkturhoffnungen in den deutschen Unternehmen nicht eingetrübt.

Aussagen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde konnten den Euro am Nachmittag nicht nennenswert bewegen. Demnach will die EZB die Finanzierungsbedingungen in der Pandemie günstig halten. "Die EZB beobachtet daher die Entwicklung der längerfristigen nominalen Anleiherenditen genau", sagte Lagarde. Diese hätten Auswirkung auf die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Haushalte. Die Renditen seien ein früher Indikator für die Wirkung der Geldpolitik.

Kräftige Kursverluste gab es hingegen beim brasilianischen Real, der im Handel mit dem US-Dollar deutlich einbüßte. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte den Chef des Erdölkonzerns Petrobras entlassen und durch einen ehemaligen Militär ersetzt. An den Finanzmärkten wird die Personalentscheidung als Hinweis gesehen, dass die Regierung den Ölkonzern stärker kontrollieren will.