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Devisen: Euro wenig verändert - Türkische Lira auf Rekordtief

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach seinen jüngsten Verlusten hat sich der Euro <EU0009652759> am Donnerstag wenig bewegt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Vormittag 1,0804 US-Dollar. Sie lag damit knapp über dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0807 (Dienstag: 1,0843) Dollar festgesetzt.

Der Euro war am Vortag erneut gefallen. Hier wirkte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Anleihekäufen der EZB vom Dienstag nach. Zudem lasten eine Reihe von zuletzt sehr schwachen Konjunkturdaten auf der Gemeinschaftswährung. Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank spricht von einem "toxischen Mix" für den Euro. Produktionsdaten aus Deutschland und Frankreich fielen ebenfalls extrem schwache aus.

Indes gab die türkische Lira gegenüber dem Dollar weiter nach und fiel auf ein Rekordtief. Im Gegenzug mussten für einen US-Dollar bis zu 7,25 Lira gezahlt werden - so viel wie noch nie. Die Lira befindet sich schon seit längerem im Sinkflug. Als Grund gilt neben der Corona-Krise auch der lockere Kurs der türkischen Notenbank, die ihre Zinssenkungen trotz Abwertung der Lira fortsetzt. An den Märkten häufen sich Stimmen, die vor einem rapiden Schmelzen der Währungsreserven des Landes warnen.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarkt. Es werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet. Hier wird erneut mit einem massiven Anstieg gerechnet. Am Freitag steht dann der monatliche Arbeitsmarktbericht auf dem Kalender.