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Devisen: Euro gibt stark nach - Aktienmärkte wegen Rezessionsangst unter Druck

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die schlechte Stimmung an den Finanzmärkten hat den Euro <EU0009652759> zu Wochenbeginn belastet. Der Wahlsieg des französischen Präsidenten Emmanuel Macron konnte die Gemeinschaftswährung nur kurz stützen. Am Montagmittag notierte der Eurokurs bei 1,0727 US-Dollar, nachdem er im frühen Handel fast bis auf 1,07 Dollar abgerutscht war. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0817 Dollar festgesetzt.

Die europäischen Aktienmärkte starteten mit teils deutlichen Verlusten in die neue Woche. Wegen der Perspektive rasant steigender US-Leitzinsen, extremer Inflationstendenzen, dem Ukraine-Krieg, gestresster Lieferketten und der sich zuspitzenden Corona-Situation in China geht unter Anlegern die Sorge vor einer Rezession um. Am Devisenmarkt wurden wie so oft in unsicheren Zeiten der Dollar, der japanische Yen und der Schweizer Franken als Horte der Stabilität angesteuert. Der Euro hingegen verlor gegenüber diesen Währungen an Wert.

Zuvor hatte der Euro im asiatischen Handel kurz von dem Wahlausgang in Frankreich profitiert. Frankreichs liberaler Präsident Emmanuel Macron hatte die Präsidentschaftswahl nach vorläufigem amtlichen Endergebnis mit 58,5 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Seine rechte Herausforderin Marine Le Pen kam auf 41,5 Prozent der Stimmen. Vor der Wahl hatten Beobachter vor erheblichen Konsequenzen für die europäische Politik gewarnt, falls Marine Le Pen die Wahl gewinnen sollte. Le Pen vertritt im Gegensatz zu Macron viele europakritische Positionen.

Gemessen an der Alternative sei der Wahlsieg Macrons zwar eine gute Nachricht für den Euro, doch angesichts des breiteren makroökonomischen Ausblicks seit dem Krieg in der Ukraine lasse sich auf kurze Sicht bei der Gemeinschaftswährung nur wenig Aufwärtspotenzial erkennen, schrieb Seema Shah, Chefstrategin bei dem Vermögensverwalter Principal Global Investors. Ihrer Meinung nach ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Europa dieses Jahr in einer Rezession beenden wird - daran ändere auch Macrons Wahlsieg nichts.

Vor diesem Hintergrund verpufften unerwartet gute Konjunkturdaten aus Deutschland weitgehend. Die Stimmung in der hiesigen Wirtschaft hat sich im April überraschend aufgehellt, wie der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte. "Der erste Kriegsschock scheint sich etwas gelegt zu haben, aber angesichts der Vielzahl bestehender Risiken scheint es zu früh, bereits vom Beginn einer Trendwende zu sprechen", kommentierte Elmar Völker, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg.

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