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Devisen: Euro fällt wieder unter 1,07 US-Dollar

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Mittwoch seine Vortagesgewinne abgegeben und ist unter 1,07 US-Dollar gefallen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0684 Dollar. Am Vortag war ein einmonatiger Höchststand von 1,0749 Dollar erreicht worden. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0656 (Dienstag: 1,0720) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9384 (0,9328) Euro.

Wurde der Euro am Vortag durch Äußerungen aus den Reihen der EZB angetrieben, geriet er zur Wochenmitte aus demselben Grund unter Druck. Hintergrund ist eine Debatte über den richtigen Kurs gegen die hohe Inflation in der Eurozone. Am Montag hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach langem Zögern eine erste Zinsanhebung im Juli und ein Ende der Negativzinsen für Spätsommer signalisiert. Das impliziert einen eher vorsichtigen Einstieg in die Straffungsphase. Dieses Vorgehen reicht einigen Notenbankern aber nicht aus. Am deutlichsten wurden bisher die Notenbankchefs von Österreich, den Niederlanden und Lettlands.

Äußerungen vom Mittwoch deuteten jedoch darauf hin, dass Forderungen nach einem größeren Zinsschritt zum Einstieg in die geldpolitische Wende derzeit wohl keine Mehrheit im EZB-Rat finden. EZB-Direktor Fabio Panetta sprach sich für eine graduelle Straffung der Geldpolitik aus. Finnlands Notenbankchef Olli Rehn plädierte für einen kleinen Zinsschritt zum Start. Der Euro gab daraufhin nach.

Der US-Dollar legte zu fast allen wichtigen Währungen zu. Die im April schwächer als erwartet gestiegenen Aufträge für langlebige Güter belasteten ihn nur leicht. "Zwar scheint der Schwung nachzulassen und die globalen Wachstumsperspektiven trüben sich wegen des Ukrainekrieges und der gestörten Lieferketten ein, Hinweise auf eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik sind bislang aber nur vereinzelt zu sehen", schreiben Experten der Helaba. Die US-Notenbank werde sich durch die Zahlen wohl nicht von ihrem Kurs abbringen lassen, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.

Am Abend veröffentlicht die US-Zentralbank Federal Reserve ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Analysten und Anleger werden die Veröffentlichung auf Hinweise zur künftigen Linie abklopfen. Von der Fed werden in diesem Jahr weitere deutliche Zinsanhebungen erwartet, um die hohe Teuerung einzudämmen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85295 (0,85750) britische Pfund, 135,34 (136,49) japanische Yen und 1,0269 (1,0334) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1848 Dollar gehandelt. Das waren rund 18 Dollar weniger als am Vortag.

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