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Deutschland rückt in WEF-Rangliste zur Geschlechtergleichstellung auf

Der Gender Gap auf dem Arbeitsmarkt ist überall auf der Welt noch groß (Symbolbild: Getty Images)
Der Gender Gap auf dem Arbeitsmarkt ist überall auf der Welt noch groß (Symbolbild: Getty Images)

COLOGNY (dpa-AFX) - Deutschland hat in einer Rangliste zur Geschlechtergleichstellung den höchsten Wert seit Beginn der Betrachtung vor 16 Jahren erreicht. Zu verdanken ist das vor allem der wachsenden politischen Teilhabe von Frauen, wie am Mittwoch aus einem Bericht der Stiftung Weltwirtschaftsforum (WEF) hervorgeht. Das WEF betrachtet die Bereiche Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Politik.

Deutschland landet im Gender-Gap-Report 2022 auf Platz 10, eine Stelle besser als im vergangenen Jahr. Auf den ersten Plätzen liegen wie zuvor Island, Finnland, Norwegen und Neuseeland. Einen besonderen Ruck gab es in Deutschland bei der politischen Teilhabe, wie das WEF berichtet. Der Wert für den Anteil von Frauen in Führungspositionen in den letzten 50 Jahren sei der vierthöchste in Europa, sagte ein WEF-Sprecher.

Dagegen sah es schlecht aus in der Unterkategorie wirtschaftliche Teilhabe. Deutschland sei auf das Niveau von 2009 zurückgefallen, sagte der Sprecher. Betrachtet werden unter anderem der Anteil von Frauen in Managerposten und die Bezahlung für gleiche Arbeit.

Weltweit habe Corona die Aussicht auf Geschlechtergleichstellung um eine Generation zurückgeworfen, berichtete das WEF. Das liegt unter anderem daran, dass in der Pandemie proportional mehr Frauen ihre Arbeit verloren als Männer. Wenn die Entwicklung so langsam weitergehe wie bisher, dauere es noch 132 Jahre, bis der Graben zwischen den Geschlechtern überwunden sei.

Im Arbeitsmarkt sei die Ungleichheit größer gewesen als je zuvor seit Beginn der Erhebungen 2006. Das liege auch daran, dass die Fürsorge-Arbeit, etwa die Betreuung von Kindern, als Kindergärten und Schulen geschlossen waren, immer noch mehrheitlich Frauenaufgabe sei. Schon vor der Pandemie habe unbezahlte Arbeit bei Männern einen Anteil von 19 Prozent der gesamten Arbeitszeit ausgemacht, bei Frauen aber 55 Prozent.

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