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Deutsche Wirtschaft doch in Rezession: Fünf Themen des Tages

(Bloomberg) -- Deutsche Wirtschaft doch in Rezession, Fitch-Warnschuss, Adidas-Stolperer, teures Deutschland, PacWest > Deutsche Bank, und Wasserstoff-Planwirtschaft. Fünf Themen des Tages erscheint ab 5. Juni im neuen Gewand und via E-Mail! Abonnieren Sie hier.

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Deutsche Wirtschaft doch in Rezession

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Am Ende hätte man es sich vielleicht doch vorher denken können. Die Hoffnung, dass Deutschland trotz Krieg, Energiepreiswahnsinn und Inflation der Rezession entgehen könnte — sie starb zwar zuletzt, aber sie starb dann doch. Einzelhändler wie Zalando hatten bereits über Konsumzurückhaltung geunkt, Autohersteller sahen die Bestellungen einbrechen — vor allem bei den billigeren Modellen. Es war auch nicht das erste Mal in letzter Zeit, dass das Statistische Bundesamt seine Schnellschätzung in der zweiten Runde nach unten revidieren musste, dass die Schätzungen der Volkswirte zu optimistisch waren. Und schließlich ist die Dämpfung der wirtschaftlichen Aktivität ja auch das, was die EZB mit ihren Zinsanhebungen beabsichtigt.

Ob die doch recht deutliche Korrektor von Null auf minus 0,3% reicht, die gesamte Eurozone in die Rezession zu führen? Bloomberg Economics schließt das zumindest nicht aus. Für den weiteren Konjunkturausblick ist natürlich wichtiger, was die Frühindikatoren anzeigen, und die sehen einstweilen danach aus, dass es zwar aufwärts geht, aber nicht mit allzu viel Schwung und nicht im verarbeitenden Bereich. Sowohl der Einkaufsmanagerindex als auch der Ifo-Erwartungsindex zeigen für die Industrie weiter nach unten. Ein Motor für Europa wird die deutsche Wirtschaft so schnell nicht.

Fitch-Warnschuss

Mitten im Hickhack um die US-Schuldengrenze hat Fitch die Bonitätsnote der größten Volkswirtschaft auf “watch negative” gesetzt. Ungewöhnlich ist das nicht. Schon während ähnlicher Turbulenzen 2011 war das US-Rating gesenkt worden. Es sei ein “Schuss vor den Bug”, so IG-Australia-Analyst Tony Sycamore. Fitch sieht weiter eine Lösung vor dem 1. Juni. Auch Kevin McCarthy, Sprecher des US-Repräsentantenhauses, hat nach einem vierstündigen Gespräch zwischen seinen Unterhändlern und dem Biden-Team Zuversicht demonstriert. Der Markt ist weniger optimistisch, wie Kolumnist John Authers anhand von zwei Schreckensbildern zeigt. Ins Bild passt der Eindruck zunehmender Vorsicht bei den US-Notenbankern, der sich aus dem jüngsten Fed-Sitzungsprotokoll ergibt. Im Juni könnten sie bei der Straffung auf den Pausenknopf drücken.

Adidas-Stolperer

Wie hatte Adidas es geschafft, “es so zu versauen?”. Das fragte sich der Marketingprofi Peter Moore, als er in den 1990er Jahren beim Hersteller von Sportartikeln anfing und ein Produktarchiv bewunderte, in dem sich etwa Muhammad Alis dreistreifige weiße Boxstiefel fanden. Auch My Adidas von Run-D.M.C. war da nicht mehr hip. Dabei hatte Moore, als er noch für Nike arbeitete, Anteil am Niedergang des deutschen Konkurrenten. Nike hatte den Adidas-Fan Michael Jordan für viel Geld als Werbepartner gewonnen und machte den knauserigen Herzogenaurachern mit Air Jordans das Leben schwer. Heute hat Adidas andere Probleme, darunter Millionen von unverkauften Yeezy-Schuhen im Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar. “Adidas braucht nach dem Yeezy-Desaster eine Generalüberholung”, sagt Janne Werning von Union Investment.

Teures Deutschland

“Die Energiewende wird das Wachstum dämpfen“. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt Stefan Kooths, Vizepräsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, wie die Welt berichtet. Sollte, wie von Wirtschaftsminister Robert Habeck geplant, ein Industriestrompreis eingeführt werden, um die Industrie konkurrenzfähig zu halten, würde die Wettbewerbsfähigkeit wegen der steigenden Abgabenquote weiter geschwächt.

PacWest > Deutsche

Mal abgesehen von den US-Regionalbanken, die pleite sind oder übernommen wurden, steht kaum eine mehr im Feuer als die verlustgeplagte PacWest. Wenig überraschend handelt ihre Aktie gerade mal bei 39% des Buchwerts. Schauen wir zum Vergleich mal, wo die der Deutschen Bank steht? Die gerade das profitabelste Jahr seit 2007 absolviert hat und 9 Milliarden Euro Überschusskapital auf der Bilanz? Bei 35% des Buchwerts! Bei anderen europäischen Banken sieht es nicht viel besser aus, obwohl die Zahlen überall blendend erscheinen. Vielleicht haben sich die Investoren in den letzten Jahrzehnten ein paar Mal zu oft die Finger verbrannt (Hallo, Saudi National Bank!), um den Käuferstreik abzubrechen. Zumindest die Analysten empfehlen letzteres aber inzwischen: für die fünf größten EU-Banken gibt es 93 Kaufempfehlungen und nur 6 Verkaufsempfehlungen.

Wasserstoff-Planwirtschaft

Der Traum vom grünen Wasserstoff wird in Europas Regierungszentralen geträumt, aber in den Bankpalästen nicht gelebt. Hunderte Projekte wurden über Jahre vom Katheder der Politik aus ins Leben gerufen, aber nur bei 7% steht die Finanzierung. Dies zeigen von Bloomberg New Energy Finance zusammengestellte Daten. Offensichtlich bestehen Zweifel, ob Wasserstoff in großen Mengen wirtschaftlich produziert werden kann. Und selbst die Hunderte von vorgeschlagenen Projekten reichen nur aus, um etwa 3,5% des für 2030 prognostizierten Energiebedarfs der EU zu decken. Vielleicht liegt es an der subventionsgetriebenen “Fressorgie” in den USA. Im Bereich Solarenergie hingegen werden die Investoren in diesem Jahr erstmals stärker engagiert sein als in der Ölförderung.

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