Deutsche Märkte schließen in 2 Stunden 6 Minuten

Weniger Infektionen; Spahn will Perspektiven für Gastronomie

David Verbeek

(Bloomberg) -- Vor dem Hintergrund besserer Kennzahlen der Coronavirus-Epidemie in Deutschland hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu möglichen Schwerpunkten bei weiteren Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen geäußert.

Wichtig seien jetzt auch Perspektiven für die Gastronomie und den Sport, sagte Spahn am Sonntag in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin”. In der Gastronomie würden jedoch wahrscheinlich noch auf Monate hinaus Abstandsregeln notwendig sein, erklärte der Minister. Lockerungen könnten weiterhin nur “Schritt für Schritt” erfolgen.

Für einen Impfstoff gegen das Virus gebe es “vielversprechende Ansätze”, so Spahn. Er sei optimistisch, jedoch sei offen, wann eine Impfung verfügbar sein könne. Die Entwicklung könne “auch Jahre dauern”, erklärte er.

Die nächste Telefonkonferenz, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Rücknahmen von Einschränkungen spricht, ist für Mittwoch geplant. In verschiedenen Bundesländern haben am heutigen Montag wieder Einrichtungen die Türen geöffnet, die im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandamie zuvor geschlossen werden mussten. Am Donnerstag hatten sich Merkel und die Regierungschefs der Länder darauf geeinigt, dass unter anderem Zoos und Museen unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Auch die am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder Europas unternehmen erste Schritte zur Normalisierung, nachdem die Neuinfektionen zurückgegangen sind. In Italien gibt es nun Öffnungen nach zwei Monaten Lockdown, jedoch muss sich Premier Giuseppe Conte gegen Vorwürfe wehren, zu zögerlich vorzugehen. Auch in Spanien gibt es Lockerungen, nachdem Premier Pedro Sanchez am Samstag erklärt hatte, die Pandemie sei unter Kontrolle.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen haben sich in Deutschland in den letzten 24 Stunden 697 Menschen mit dem Virus infiziert. Es ist der vierte Rückgang der Neuinfektionen in Folge.

Insgesamt wurden damit seit Beginn der Pandemie in Deutschland 165.664 Infektionen gemeldet. Die Bundesrepublik verzeichnet damit die sechstmeisten Ansteckungen weltweit.

Weitere 74 Menschen sind der Universität zufolge im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland stieg damit auf 6.866.

(Ergänzt um Italien und Spanien im fünften Absatz)

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2020 Bloomberg L.P.