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Rekord-Neuinfektionen in Österreich, Paris aktiviert Krisenplan

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- In Deutschland haben sich zuletzt so viele Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt wie seit fast sechs Monaten nicht mehr, der Gesundheitsminister sieht die Pandemie als Charaktertest, und der Chef des Robert-Koch-Instituts ruft beunruhigende Szenarien auf: Der Corona-Überblick.

Deutschland sei zwar ein “Fels in der Brandung” und bislang gut durch die Pandemie gekommen, jedoch seien die jüngsten Neuinfektionszahlen “besorgniserregend”, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz. Er beklagte einen “ignoranten Umgang” mit dem Virus bei Teilen der Bevölkerung und warnte junge Menschen davor, sich für “unverletzlich” zu halten. Die Pandemie sei ein “Charaktertest für uns als Gesellschaft”, und es gelte zu verhindern, dass “wir an einen Punkt kommen, wo wir die Kontrolle verlieren”.

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, zeigte sich “sehr besorgt” von der aktuellen Situation. Es sei “möglich, dass wir mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag sehen”, sagte er auf derselben Veranstaltung. Diese Situation gelte es zu verhindern.

In Österreich hat die Zahl der Neuinfektionen mit 1.209 einen neuen Rekord erreicht. Mehr als die Hälfte davon wurde in Wien registriert. Auch Rumänien meldete zuletzt die höchste Zahl seit Ausbruch der Seuche, wobei die Hauptstadt Bukarest weiterhin ein Hotspot ist.

In Madrid hat ein Gericht von der Regionalregierung geplante Pandemiemaßnahmen gekippt. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit seien ein unrechtmäßiger Eingriff in Grundrechte, hieß es. Die Hauptstadt ist derzeit der größte Corona-Hotspot in Spanien. Landesweit wurden am Mittwoch so viele Neuinfektionen registriert wie nie seit Beginn der Pandemie.

In Paris hat das Gesundheitsamt die Kliniken angewiesen, ihre Krisenpläne zu aktivieren. Dazu gehört, dass geplante Operationen verschoben werden können. Hintergrund der Maßnahme ist ein starker Anstieg der Zahl von Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen. Mehr als 40% der Intensivbetten seien inzwischen mit Covid-19-Patienten belegt, sagte Aurelien Rousseau, Direktor des regionalen Gesundheitsamts.

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt auf den höchsten Stand seit dem 10. April gestiegen, die Reproduktionszahl lag den fünften Tag in Folge über der kritischen Marke von eins.

In Deutschland haben sich nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 4.010 Personen neu mit dem Coronavirus angesteckt, gegenüber 2.454 am Vortag. Die bisherigen Höchstwerte bei den Neuinfektionen in Deutschland hatten Ende März an manchen Tagen bei knapp 7.000 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundesrepublik insgesamt 311.137 Personen mit dem Virus infiziert. Weltweit liegt Deutschland damit auf dem 23. Platz.

Es wurden 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 9.571.

Laut Robert-Koch-Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,10, nach 1,15 am Vortag. Der 7-Tage-R-Wert. der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 1,11 angegeben

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Österreich, Madrid, Paris)

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©2020 Bloomberg L.P.