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Deutsche Bank und Postbank denken über gemeinsame Filialen nach

Deutsche Bank und Postbank könnten in Zukunft bestimmte Filialen zusammenlegen – aber erst nach einer IT-Umstellung. Entschieden ist darüber aber noch nicht.

Nach Handelsblatt-Informationen wird in den Instituten über gemeinsame Filialen nachgedacht. Foto: dpa

Die Deutsche Bank denkt über neue Filialkonzepte nach. Im Management gebe es Gedankenspiele, ob man das Filialnetz von Deutscher Bank und Postbank optimieren könnte, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Es gebe Überlegungen, langfristig einzelne Standorte der Marke Postbank und Deutsche Bank zusammenzulegen, hieß es. Denkbar seien etwa „Shop-in-Shop“-Konzepte, bei denen etwa in einem größeren Postbank-Gebäude auch eine Anlaufstelle des Private Banking der Deutschen Bank zu finden ist.

Die Deutsche Bank wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Bislang experimentiert die Deutsche Bank nur mit gemeinsamen Selbstbedienungsbereichen von Postbank und Deutscher Bank. Pilotprojekte dazu gibt es in Bochum und Kleinmachnow. „Dort sammeln wir erste Erfahrungen, wie Kunden reagieren, wenn sich Postbank und Deutsche Bank eine Selbstbedienungszone teilen“, hatte der Privatkundenchef der Bank für Deutschland, Manfred Knof, dem Handelsblatt Ende April gesagt. Die ersten Rückmeldungen seien positiv.

Für eine richtige Zusammenlegung von Filialen beider Marken gibt es bislang aber kein Pilotprojekt. Bei den Überlegungen handle es sich um erste Gedankenspiele, hieß es. Konkrete Zahlen oder Projektgruppen dazu gebe es nicht.

Dennoch sind alleine solche Gedankenspiele für die Bank etwas Neues. Lange herrschte in der Bank die Vorstellung vor, Kunden von Deutscher Bank und Postbank würden gemeinsame Zweigstellen nicht akzeptieren. Finanzkreisen zufolge sollen nun aber Kundenbefragungen aus jüngerer Zeit ergeben haben, das sie für solche Konzepte offener sind als gedacht.

Keine Umsetzung vor 2022

Voraussetzung für eine solche Zusammenlegung von Zweigstellen beider Marken sei aber eine entsprechende IT-Umstellung, die bis Mitte 2022 abgeschlossen sein soll. Daher ließen sich solche Konzepte wohl erst im Jahr 2022 realisieren.

Auf die Ziele von Privatkundenchef Manfred Knof, bis Ende 2022 eine Milliarde Euro zu sparen, würden solche Überlegungen damit kaum einzahlen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf informierte Kreise geschrieben, die Bank wolle ihren Filialabbau beschleunigen. Wie viele Filialen die Bank überhaupt schließen will und wie viele dann eigentlich zusätzlich geschlossen werden sollen, ließ der Bericht offen.

Knof hatte im Dezember auf dem Investorentag angekündigt, Filialen schließen zu wollen, hatte aber nie konkrete Zahlen genannt. Die Bank betont offiziell immer, dass sie stets hier und da taktische Anpassungen im Filialnetz vornimmt. „Wir arrondieren fortlaufend unser Filialnetz, wie wir das immer getan haben. Es ist darüber hinaus kein weitergehendes Filialschließungsprogramm geplant“, betonte eine Sprecherin des Instituts.