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Deutsche Anleihen: Verluste - Südeuropa im Aufwind dank Anleihen-Käufen der EZB

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Freitag unter Druck geblieben. Der für den hiesigen Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> gab bis zum Mittag um 0,08 Prozent auf 170,40 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei minus 0,306 Prozent. Bereits seit einigen Tagen geben die Anleihekurse nach, während die Renditen im Gegenzug steigen.

"Der jüngste Renditeanstieg scheint eine Resignation vor der an den Aktien- und Devisenmärkten dominierenden Risikostimmung zu sein", schrieben die Analysten der italienischen Bank Unicredit. So werden die Börsen weiterhin von der Hoffnung auf eine schneller Rückkehr zu Normalität aus der Corona-Krise angetrieben.

Die Anleihemärkte der südeuropäischen Länder Portugal, Spanien, Italien, Zypern und Griechenland wurden derweil von den geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) des Vortages gestützt. Die EZB hatte am Donnerstag ihr Corona-Notkaufprogramm für Anleihen (PEPP) kräftig um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt. Die Ausweitung war noch stärker als von vielen Ökonomen erwartet worden war.

Am Vormittag waren die deutschen Auftragseingänge in der Industrie und die spanische Industrieproduktion zwar stärker als erwartet eingebrochen, hatten den Anleihemarkt aber kaum bewegt. Am Nachmittag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht für Mai im Blick. Es wird erneut ein deutlicher Abbau der Beschäftigung erwartet.