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Deutsche Anleihen: Leichte Verluste - Italienische Anleihen erholen sich etwas

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch etwas nachgeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel um 0,13 Prozent auf 174,02 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf minus 0,56 Prozent.

Der Handelsauftakt verlief vergleichsweise ruhig. Italienische Anleihen erholten sich etwas von ihren Kursverlusten am Vortag. Am Dienstag waren insbesondere italienische Anleihen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgericht zu den milliardenschweren Staatsanleihekäufe der EZB unter Druck geraten. Italien ist durch die Corona-Krise besonders betroffen und weist den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone auf.

Das Gericht hatte die Anleihekäufe im Rahmen des Programms PSPP, das im Jahr 2015 aufgelegt wurde, beanstandet. Das in der Corona-Krise neu aufgelegte Programm PEPP ist von dem Urteil nicht direkt betroffen. Die EZB hatte am Vorabend erklärt, dass sie das Urteil zur Kenntnis nehme. Die Notenbank werde jedoch an ihrer Politik festhalten und alles tun, um Preisstabilität zu gewähren.

Schwache Industriedaten aus Deutschland bewegten den Anleihemarkt kaum. Die Corona-Krise hat die Auftragseingänge der deutschen Industrie im März noch stärker einbrechen lassen als erwartet. Der Rückgang um 15,6 Prozent zum Vormonat war der stärkste seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. "Der Rückgang ist epochal und lässt nichts Gutes erahnen", erklärte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Selbst während der Finanzmarktkrise brachen die Bestellungen nicht so stark ein."