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Dax lässt 16.000 Punkte kurz hinter sich

Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag erstmals seit drei Wochen wieder die Hürde bei 16.000 Punkten überwunden, konnte das Niveau am Ende aber nicht ganz halten. Rückenwind erhielten die Aktien von den Anleihemärkten, wo die Renditen teils kräftig nachgaben.

Weil derzeit an den Finanzmärkten über das weitere Vorgehen der Notenbanken im Zinszyklus Unklarheit herrscht, orientieren sich Investoren verstärkt an den Kapitalmarktzinsen, die nachgaben.

Der Dax stieg zum Xetra-Schluss um 0,35 Prozent auf 15.947,08 Zähler. Für den Börsenmonat August steht für das wichtigste deutsche Börsenbarometer allerdings ein Minus von rund drei Prozent zu Buche. Für den MDax ging es sogar um 1,09 Prozent auf 27.818,98 Punkte nach oben.

Inflation nicht abgeschwächt

Es störte die Anleger nicht, dass sich die Inflation in der Eurozone im August nicht abgeschwächt hat. Der Anstieg der Verbraucherpreise war mit 5,3 Prozent stärker als erwartet. Damit bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihren Zinserhöhungen womöglich unter Handlungsdruck. «Das Inflationsproblem hat sich für die EZB bei weitem noch nicht erledigt», sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank.

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Anleger setzten gleichwohl wieder stärker auf solche Werte in Deutschland, denen der Zinsanstieg in den vergangenen Monaten stark zugesetzt hatte. Sie hoffen hier auf eine wieder bessere Marktlage in Zeiten, in denen die Zinsen vielleicht bald nicht mehr steigen.

Auf Sektorebene waren daher Immobilienwerte gefragt, die ihre jüngste Erholung fortsetzten. An der Dax-Spitze zogen die Vonovia-Aktien um 5,1 Prozent an, während die Papiere von Aroundtown ihre Erholungsrally vom Vortag im SDax fortsetzten. Mit einem Anstieg um 8,2 Prozent besserten sie ihr höchstes Niveau seit März weiter auf. Patrizia Immobilien gewannen 5,3 Prozent.

Gewinner Zalando

Auch die Erholung von Online-Aktien bekam Schwung. Zalando zählten mit einem Anstieg um 3,6 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Nach der zuletzt stark unterdurchschnittlichen Kursentwicklung seien die Papiere des Online-Modehändlers nun eine attraktive Kaufgelegenheit, schrieb Analyst Christian Salis von Hauck Aufhäuser Investment Banking.

Mit einem Kurssprung nach oben um 5,7 Prozent fielen im Segment Online auch die Aktien von Mister Spex auf. Der Internet-Brillenhändler überzeugte mit dem Quartalsbericht, den Analyst Alexander Thiel von Jefferies Research als «Lebenszeichen» wertete.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab am Donnerstag um 0,42 Prozent auf 4297,11 Zähler nach. Ähnlich hohe Verluste meldeten die Börsen in Paris und London. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss moderat im Plus.

Der Euro geriet mit zuletzt 1,0844 US-Dollar unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0868 Dollar fest. Im Rentenhandel fiel die Umlaufrendite von 2,59 Prozent am Vortag auf 2,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 124,33 Punkte. Der Bund-Future legte am Abend um 0,76 Prozent auf 133,11 Punkte zu.