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Darum trendet #AmazonBoycott gerade

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Keine Bestellungen, kein Streaming, keine Alexa – in den sozialen Medien rufen zahlreiche Nutzer unter dem Hashtag #AmazonBoycott dazu auf, alle Angebote von Amazon für sieben Tage zu ignorieren.

MANHATTAN, NEW YORK, UNITED STATES - 2021/02/20: Participant seen holding a sign at the protest. Members of the Workers Assembly Against Racism gathered across from Jeff Bezos-owned Whole Foods Market in Union Square South for a nation-wide solidarity event with the unionizing Amazon workers in Bessemer, Alabama. (Photo by Erik McGregor/LightRocket via Getty Images)
Teilnehmer einer Demonstration in Manhatten riefen dazu auf, die Amazon-Mitarbeiter in Bessemer im US-Bundesstaat Alabama zu unterstützen. (Foto: Getty Images)

Die Angebote von Amazon sind für viele Verbraucher kaum noch wegzudenken. Der Konzern bietet im Online-Versandhaus nicht nur nahezu Waren aller Art, sondern versorgt seine Kunden auch mit Streaming-Angeboten wie Filmen, Serien, Musik, Hörbüchern und vielem mehr.

In den sozialen Medien wird derzeit unter dem Hashtag #AmazonBoycott, dazu aufgerufen, die Angebote des Online-Riesen vom 7. März bis zum 13. März nicht zu nutzen. Dahinter steckt eine Aktion, die von Verbrauchern ins Leben gerufen wurde, wie das Portal Mashable berichtet.

Tausende Mitarbeiter stimmen per Briefwahl ab

Die Initiatoren wollen damit Amazon-Mitarbeiter im Werk Bessemer im US-Bundesstaat Alabama unterstützen, die aktuell darüber abstimmen, ob sie sich gewerkschaftlich organisieren werden.

Amazon ist nach Walmart der zweitgrößte Arbeitgeber in den USA. Doch Arbeitnehmervertretungen gibt es bei dem Unternehmen bisher nicht.

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Amazon steht seit langem wegen seiner angeblich schlechten Arbeitsbedingungen in der Kritik. 6.000 Mitarbeiter entscheiden in Bessemer per Briefwahl über den Gewerkschaftsbeitritt bei der Einzelhandel-, Großhandels- und Kaufhausgewerkschaft RWDSU. Die Abstimmung begann im Februar und soll Ende März abgeschlossen sein.

Wahl könnte konzernweite Auswirkungen haben

Sollte die Wahl für die RWDSU erfolgreich ausgehen, wäre das nicht nur die erste Arbeitnehmervertretung in der fast 27-jährigen Unternehmens-Geschichte Amazons, sondern könnte auch Auswirkungen auf den gesamten Konzern haben. Weitere Amazon-Standorte könnten dem Beispiel folgen. Amazon hat aktuell rund 1,3 Millionen Mitarbeiter. Gewerkschaftsführer und Gesetzgeber bezeichneten die Abstimmung als eine der wichtigsten Gewerkschaftswahlen in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

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Aufruf ist nicht gewerkschaftlich organisiert

Zu der unterstützenden Internet-Aktion #AmazonBoycott hatte laut Mashable zuerst der gewerkschaftsfreundliche Blog UComm aufgerufen. Der Blog forderte dazu auf, die "virtuelle Streikpostenlinie" nicht zu überschreiten und für sieben Tage keine Services von Amazon zu nutzen.

Laut Mashable sei es jedoch wichtig zu erwähnen, dass der UComm-Aufruf nicht aus den Reihen der Gewerkschaft stamme, was ein RWSDU-Sprecher gegenüber dem Portal ausdrücklich bestätigt habe.

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Amazon sieht keinen Grund für Arbeitnehmervertretung

Zwischenzeitlich habe Amazon alles in seiner Macht stehende getan, um den Beitritt zur Gewerkschaft zu verhindern und eine "Flut an gewerkschaftsfeindlichen Nachrichten" verbreitet. Zudem hatte Amazon Einspruch gegen die Briefwahl bei der Arbeitsschutzbehörde National Labor Relations Board eingelegt, der aber abgewiesen wurde.

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Laut der Nachrichtenagentur dpa erklärte Amazon in einer Stellungnahme gegenüber US-Medien, dass der Konzern schon jetzt alles biete, wofür sich Gewerkschaften einsetzen: etwa die im Branchenschnitt höchsten Löhne, Karrieremöglichkeiten sowie ein sicheres und modernes Arbeitsumfeld. Zudem hätten Mitarbeiter die Möglichkeit, direkt mit der Konzernführung zu kommunizieren

Die Initiative der Gewerkschaft warb unterdessen bei den Arbeitnehmern im Werk Bessemer damit, gemeinsam "einen echten Sitz am Tisch" von Amazon zu gewinnen.

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