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Corona lässt Energieverbrauch und CO2-Ausstoß sinken - hält Trend an?

HANNOVER/BERLIN (dpa-AFX) - Produktion und Verkehr sind in der Corona-Krise vielerorts auf ein Minimum zurückgefahren - der Energieverbrauch und der Ausstoß von Treibhausgasen sind dadurch zuletzt spürbar gesunken. Dies teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover zur Vorstellung ihrer neuen jährlichen Energiestudie am Mittwoch mit. Besonders bei Erdöl, dessen Preis stark abgerutscht und bei Termingeschäften sogar ins Negative gedreht war, sei der Einbruch der globalen Nachfrage beträchtlich.

Infolge des Öl-Überangebots sänken auch die CO2-Emissionen. Ob der positive Effekt für das Klima anhalte, könne man aber noch nicht sagen: Es sei "nicht absehbar, ob diese Entwicklung den langfristigen Trend eines weltweit wachsenden Energiebedarfs brechen wird".

In Deutschland waren bis Ende 2018 - bis dahin reichen die Basisdaten der Analyse - die erneuerbaren Energien weiter auf dem Vormarsch. In der Erzeugung machten Wind-, Solar- und Bioenergie rund 35 Prozent am Strommix aus. Regenerative Träger waren damit laut BGR "wichtigste heimische Energiequelle".

Beim Verbrauch von Elektrizität war der Anteil mit 14 Prozent noch deutlich geringer. Das lag auch daran, dass weiterhin viel Strom etwa aus Kohle und Erdgas genutzt wird. Insgesamt bildeten Öl und Gas sowie Stein- und Braunkohle 2018 mit 79 Prozent den größten Anteil am Primärenergieverbrauch Deutschlands.