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Corona-Impfung für Schwangere: Bei Biontech/Pfizer und Moderna keine Sicherheitsrisiken, zeigt Studie

Anna Medaris Miller
·Lesedauer: 6 Min.

Die Impfstoffe gegen das Coronavirus von Biontech und Moderna scheinen kein Risiko während der Schwangerschaft darzustellen. Das ergeben Daten einer vorläufigen Studie von der Behörde des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums Center for Disease Control and Prevention (CDC). Die Studie wurde am Mittwoch in der medizinischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Für die Erhebung wurden Daten aus dem Smartphone-basierten Tracking-System der CDC namens V-safe, verwendet. Sie umfasste 35.691 Schwangere, die zwischen dem 14. Dezember 2020 und dem 28. Februar 2021 geimpft wurden.

Bei der Datenerhebung wurde festgestellt, dass die Schwangeren eher über Schmerzen an der Injektionsstelle berichteten als Nicht-Schwangere. Allerdings litten sie seltener an anderen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Von einer Untergruppe der geimpften Schwangeren wurde auch der Ausgang der Schwangerschaft erhoben. 86,1 Prozent von ihnen hatten demnach ein Kind gebären können, 13,9 Prozent erlitten einen Schwangerschaftsverlust. Diese Zahlen entsprechen etwa denen, die in der allgemeinen Bevölkerung vorkommen. Etwa 15 bis 20 Prozent der bekannten Schwangerschaften in den USA enden mit einer Fehlgeburt.

Darüber hinaus ergab die Studie, dass 9,4 Teilnehmerinnen der Untergruppe Frühgeburten erlebten. Im Allgemeinen sind etwa zehn Prozent der Neugeborenen in den USA Frühgeburten. In Ländern mit hohen Bruttoinlandsprodukten liegt die Rate der Frühgeburten bei etwa elf Prozent. Keines der Babys den geimpften Schwangeren starb.

In den Vereinigten Staaten gibt es neben dem CDC ein weiteres Meldesystem für Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen von Impfstoffen. Dieses Kontrollsystem nennt sich VAERS. Unter Verwendung dieses Systems fanden die Forscherinnen und Forscher heraus, dass Fehlgeburten das am häufigsten gemeldete negative Ereignis in Bezug auf Schwangerschaften war — 46 von 221 Fällen.

Den Daten zufolge gab es demnach aber keinen Anlass zur Sorge. Fehlgeburten kommen regelmäßig vor, in der Gruppe der geimpften Frauen war die Rate demnach nicht höher als sonst üblich. Ähnliche Ergebnisse wurden auch nach der Einführung des regulären Grippeimpfstoffes von 2009 beobachtet, der ebenfalls in der Schwangerschaft empfohlen wird. „Vorläufige Ergebnisse zeigten keine offensichtlichen Sicherheitsrisiken bei schwangeren Personen, die Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis erhielten“, schrieben die Studienautoren.

Die Ergebnisse sind zunächst als vorläufig zu betrachten

Die Daten der Erhebung sind derzeit noch als vorläufig zu betrachten. Die Daten beziehen sich auf Schwangere, die im Laufe der Studie ihre Neugeborenen geboren haben. Diese Teilnehmerinnen erhielten ihre Impfungen demnach erst im dritten Trimester der Schwangerschaft. Diejenigen, die ihre Impfungen im ersten oder zweiten Trimester erhielten, waren beim Ablauf der Datenerhebung noch schwanger – weshalb es bisher noch keine vollständigen Daten von ihnen gibt.

Die Erhebung war darüber hinaus mit einigen Einschränkungen verbunden. Die Teilnehmerinnen der V-Safe-Studie waren Freiwillige und oft Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens, die vorrangig geimpft wordn waren. Demografisch gesehen sind sie daher jedoch keine absolut repräsentative Momentaufnahme der geimpften Schwangeren in den USA. "Die Ergebnisse können sich noch ändern, wenn weitere Schwangerschaftsergebnisse berichtet werden und die Stichprobengröße steigt. Das kann die Erkennung seltener Ergebnisse erleichtern", schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie.

In der Zwischenzeit unterschätzen die von VAERS verwendeten Daten wahrscheinlich auch negative Ergebnisse – da nicht jede ihre Person ihre potenziell impfstoffbedingten Auswirkungen meldet. Während also eine Fehlgeburt das am häufigsten gemeldete negative Ergebnis war, spiegelt dies möglicherweise nicht die wahre Häufigkeit wider. Das liegt vor allem daran, dass das Risiko für eine Fehlgeburt bei Schwangeren im dritten Trimester geringer ist als zu einem früheren Zeitpunkt.

Auch wissen Forscherinnen und Forscher nicht genau, wie viele Schwangere in den Vereinigten Staaten tatsächlich geimpft wurden. Daher kann auch die Rate der negativen Folgen nicht exakt abgeschätzt werden. Aber dennoch sind die Ergebnisse wichtig, um „ein grobes Gefühl dafür zu bekommen, ob es irgendwelche unerwarteten Sicherheitswarnungen in diesen frühen Daten gibt.“ Weitere Forschung ist jedoch erforderlich.

Die Nachweise über den Nutzen der Corona-Impfstoffe für Mutter und Kind häufen sich

Die Datenerhebung des CDC bekräftigt die Annahme, dass die Corona-Impfstoffe in der Schwangerschaft sicher und wirksam sind — und auch dem ungeborenen Kind nützen können. Eine frühere Studie zeigte, dass schwangere Frauen durch die Impfstoffe von Biontech und Moderna geschützt sind. Auch schienen die Schwangeren hohe Mengen an Antikörpern an ihre Babys weiterzugeben.

Basierend auf der Art und Weise, wie die Impfstoffe hergestellt werden, sei es sinnvoll, dass die Impfungen während der Schwangerschaft sicher sind. „Sie stellen nur ein sehr geringes Risiko für ein sich entwickelndes Baby dar“, sagte die Kinderärztin und Neonatologin Dr. Jessica Madden in einem Gespräch mit Business Insider.

Das liegt daran, dass die mRNA-Impfstoffe von Modern und Biontech/Pfizer, kein tatsächliches Virus enthalten. „Die Ribonukleinsäure (mRNA) im Impfstoff wirkt lokal, in den Muskelzellen, die die Injektionsstelle umgeben“, erklärte sie. „Sie kann nicht in den Zellkern eindringen und hat damit keinen Einfluss auf die DNA.“ Sie dringt auch nicht in die Plazenta ein oder interagiert auf irgendeine andere Weise mit dem Embryo. „Ich fühle mich mit den Informationen, die wir gewinnen, immer wohler, wenn es darum geht, diesen Impfstoff sowohl für Schwangere als auch für stillende Mütter zu empfehlen“, sagte Madden.

Das Risiko einer Covid-19-Infektion ist höher als das Risiko einer Impfung

Eine Nichtimpfung hingegen setzt Schwangere dem Risiko aus, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das könnte zu schweren Komplikationen führen, auch wenn das Gesamtrisiko immer noch gering ist. Ein Bericht der CDC vom November — der bisher größte seiner Art — erklärte, dass schwangere Frauen mit einer Covid-19-Infektion fast viermal so häufig beatmet werden mussten und doppelt so häufig starben wie gleichaltrige Frauen, die nicht schwanger waren. Die Erhebung dieses Berichts umfasste etwa 400.000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Ebenfalls ergab diese Studie, dass eine Covid-19-Erkrankung mit einem erhöhten Risiko einer Frühgeburt verbunden war.

Im Januar 2021 wurde eine weitere Studie mit schwangeren Frauen veröffentlicht. Bei dieser wurden 1.200 Frauen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, in insgesamt 33 US-Krankenhäusern hinsichtlich ihrer Symptomatik und ihres Verlaufs untersucht. Die Studie ergab, dass die zwölf Prozent mit kritischen oder schweren Symptomen tendenziell das höchste Risiko für Komplikationen und Fehlgeburten hatten. Ebenfalls wiesen diese Schwangeren häufiger andere Risikofaktoren wie ein höheres Körpergewicht, Asthma, Diabetes und Bluthochdruck auf.

Dennoch sollten sich Schwangere nicht unter Druck gesetzt fühlen, sich impfen zu lassen, betont die Kinderärztin. „Ich bin eine Befürworterin des Impfstoffes“, sagte sie. „Ich bin aber keine Befürworterin davon, dass irgendjemand das Gefühl hat, den Impfstoff unmittelbar bekommen zu müssen.“

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.