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Corona-Anstieg: Litauen erwägt landesweite Quarantäne

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VILNIUS (dpa-AFX) - Im Kampf gegen die Ausbreitung das Coronavirus erwägt Litauen, erneut das gesamte Land für mindestens drei Wochen unter Quarantäne zu stellen. Nach Angaben von Ministerpräsident Saulius Skvernelis werde diese Maßnahme am Mittwoch der Regierung des baltischen EU-Landes vorgeschlagen. Dies sagte er nach Angaben der Agentur BNS am Dienstag nach einer Sitzung des Corona-Krisenstabs in Vilnius. Mitte Juni wurde eine erste, mehrfach verlängerte, Quarantäne aufgehoben, nachdem die festgestellten Neuinfektionen damals über eine längere Zeit zurückgegangen waren.

Eingeführt werden soll die erneute Quarantäne voraussichtlich zum Wochenende. Gastronomische Betriebe dürften dann etwa nach Angaben von Skvernelis nur noch außer Haus verkaufen, viele Freizeiteinrichtungen müssten dicht machen und sich bei Veranstaltungen nur noch bis zu 10 Personen versammeln. Darüber müsse aber noch die Regierung entscheiden.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 17 453 bestätigte Infektionen und 175 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland - am Wochenende wurde erstmals der Wert von 1000 Neuinfektionen pro Tag überschritten.

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen stellte die Regierung in Vilnius zuletzt 21 der 60 Kommunen des Landes unter lokale Quarantäne. Weiter sind in Litauen seit vergangenem Freitag Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten bis zum 13. November untersagt. Ausgenommen sind Sport- und Kulturveranstaltungen, für die Teilnahmebeschränkungen gelten.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte die Regierung in Vilnius bereits Ende Februar einmal frühzeitig den Notstand ausgerufen. Mitte März verhängte sie dann eine landesweite Quarantäne, die mehrfach verlängert und zum 17. Juni aufgehoben wurde.