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Der chinesische Elon Musk: Nio-Gründer William Li über die Unterschiede zu Tesla und seinen besonderen Kundenservice

·Lesedauer: 3 Min.
Nio will in Deutschland mit der elektrischen Oberklasse-Limousine ET7 durchstarten.
Nio will in Deutschland mit der elektrischen Oberklasse-Limousine ET7 durchstarten.

In China sprossen in den letzten Jahren etliche neue Autobauer aus dem Boden. Die erst 2014 in Shanghai ins Leben gerufene Marke Nio hat laut Experten die größten Chancen, sich langfristig international zu etablieren. Auf dem Heimatmarkt hat der Hersteller dies bereits geschafft, was unter anderem an seiner fortschrittlichen Technik und dem eigenständigen Gesamtkonzept der Marke liegt. Im Reich der Mitte verkauft die Marke schon mehr E-Autos als Daimler, wobei die meisten Elektro-Modelle der Stuttgarter auch gerade erst auf den Markt kommen.

Die Chinesen sind nicht nur bei der Entwicklung der Feststoffbatterie sehr weit, sondern haben auch das von den europäischen und amerikanischen Herstellern bereits abgeschriebene Konzept der Wechselbatterien wieder aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt. William Li, der Gründer der rein elektrischen Premium-Marke, hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Alleinstellungsmerkmale seines Unternehmens herausgestellt und einen Ausblick auf seine Europa-Pläne gegeben.

Die Community steht angeblich im Mittelpunkt

William Li wird mitunter auch als der Elon Musk Chinas bezeichnet, was er aber nur bedingt verstehen kann: "Elon macht viele bemerkenswerte Dinge. Aber Nio ist schon sehr anders als Tesla. Für uns ist die Nutzer-Community sehr wichtig, wir wollen eine Gemeinschaft der Nio-Nutzer schaffen", sagt der 47-Jährige im Gespräch mit der FAS. Da er unter anderem Soziologie studiert habe, sei es ihm sehr wichtig, eine Community von Nio-Nutzern zu schaffen.

Er hätte insgesamt eine andere Herangehensweise als Musk und würde die Dinge nicht so technologisch, sondern aus der Perspektive der Menschen sehen. Unter anderem bietet Nio den Kindern seiner Kunden verschiedene Kurse im Bereich der Musik und Kunst an. William Li hält den Ausbau dieser Gemeinschaft für die Zukunft des Autobauers als essenziell. Und zwar nicht nur in China, sondern auch auf anderen Märkten.

Chinesische Kunden können die Batterie ihrer Autos pro Monat bis zu sechs mal kostenlos wechseln lassen.
Chinesische Kunden können die Batterie ihrer Autos pro Monat bis zu sechs mal kostenlos wechseln lassen.

Das Designzentrum befindet sich in München

"Natürlich ist es nicht einfach, wenn man neu auf einen Markt kommt. Aber Nio bietet ein globales Produkt an, kein rein chinesisches. Unser Designzentrum ist in München. Ich selbst bin vor der Covid-Pandemie in kein anderes Land so häufig gereist wie nach Deutschland", gibt der CEO zu verstehen. Neben dem Standort in der bayrischen Landeshauptstadt hat die Marke noch ein Designstudio im kalifornischen San José, sowie in Großbritannien und arbeitet mit mehreren europäischen Zulieferern zusammen.

Der Chinese findet zudem, dass seine Marke nicht direkt mit Tesla konkurriert: "Bei Elektroautos in der Preisklasse ab 50 000 Dollar haben wir dort einen Anteil von rund 50 Prozent. Tesla dagegen verkauft in China vor allem Autos mit deutlich niedrigerem Preis, deshalb sind kurz­fristig die deutschen Hersteller unsere wichtigsten Wettbewerber", sagt der Gründer im FAS-Interview. Langfristig rechnet Li damit, dass Apple einer der Hauptkonkurrenten wird, da die Tech-Konzerne massiv in die Software für Elektroautos investieren.

Wechselstationen kommen auch nach Europa

Zudem sei das Personal sehr international - untypisch, für ein chinesisches Unternehmen. Schon allein deshalb sei Nio bereit für den Weltmarkt. Eine Fertigung in Europa à la Tesla würde bei den Chinesen anders aussehen: "In China fertigen wir anders als Tesla unsere Autos nicht selbst, sondern kooperieren mit Fertigungsunternehmen. Auch in Europa ist es denkbar, dass andere Hersteller für uns die Produktion übernehmen." Als Erstes möchte der Newcomer in Europa aber erstmal ein eigenes Ladenetzwerk zur Verfügung stellen. Dabei möchte er mit lokalen Anbietern zusammenarbeiten. Zudem soll wie in China ein Netzwerk an Tauschstationen für die Stromspeicher entstehen.

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