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CDU startet Parteitag - Energiekrise, Entlastung und Quote im Zentrum

HANNOVER (dpa-AFX) - Die CDU will sich knapp ein Jahr nach ihrem Desaster bei der Bundestagswahl attraktiver für Frauen machen. An diesem Freitagabend sollen dazu die 1001 Delegierten des CDU-Parteitages in Hannover unter anderem über eine Frauenquote abstimmen. Zuvor wird eine stundenlange kontroverse Diskussion erwartet. Der seit gut sieben Monaten amtierende neue Parteichef Friedrich Merz will für seinen Kompromissvorschlag einer bis Ende 2029 befristeten Quote werben. Bislang sind etwa 25 Prozent der Parteimitglieder weiblich.

Bei der Bundestagswahl im September vor einem Jahr war die CDU mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis von 24,1 Prozent nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Opposition gestürzt.

Offiziell beginnt der Parteitag gegen 13.00 Uhr. In einer etwa einstündigen Rede will Merz den Energie-Leitantrag vorstellen. Mit dem zehnseitigen Papier will die CDU die Ampel-Regierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit eigenen Vorschlägen zur Entlastung der Bürger und Unternehmen von den hohen Energiepreisen unter Zugzwang bringen. Der Antragsentwurf sieht unter anderem für private Haushalte einen Preisdeckel für einen Grundbedarf an Strom und Gas vor.

Beim Parteitag will die CDU auch über mehrere organisatorische Änderungen beraten, die zur Erneuerung der Partei beitragen sollen. Angestrebt werden etwa teilweise digitale Gremiensitzungen. Dies soll es jungen Vätern und Müttern ermöglichen, von zu Hause teilzunehmen. Auf dem Weg zu einem neuen Grundsatzprogramm soll zudem eine "Grundwerte-Charta" beschlossen werden. Neu in die Parteisatzung aufnehmen will die Parteispitze die Funktion einer stellvertretenden Generalsekretärin. Am Freitag soll auf Vorschlag von Merz die Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp in dieses Amt gewählt werden.