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Buyout-Riese CVC peilt Fußball-Deals in Deutschland, Italien an

Jan-Henrik Foerster

(Bloomberg) -- Der europäische Buyout-Gigant CVC Capital Partners erwägt unterrichteten Kreisen zufolge Fußball-Investments in Deutschland, Frankreich und Italien. Wegen der Coronavirus-Pandemie stehen die Fußballvereine zunehmend unter Druck.

CVC habe der Deutschen Fußball Liga DFL finanzielle Unterstützung angeboten, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Die Buyout-Gesellschaft habe vorgeschlagen, einen Anteil an der kommerziellen Tochtergesellschaft des Sportverbands zu kaufen oder eine Fremdfinanzierung bereitzustellen, sagten die Personen.

Der Veranstalter der Bundesliga arbeite mit einem Berater zusammen, um angesichts des Interesses von Finanzinvestoren wie Apollo Global Management Inc. und KKR & Co. Finanzierungsalternativen zu prüfen, hatte Bloomberg News im vergangenen Monat berichtet. Die DFL habe sich vorsorglich über Notfall-Finanzierungsquellen informiert, während sie mit Sky, einer Tochtergesellschaft von Comcast Corp., über Zahlungen für Übertragungsrechte verhandelte, sagten die Personen.

Die DFL habe in den letzten Wochen viele Vorschläge erhalten, die theoretisch gut klingen, aber nicht die Realität des Fußballgeschäfts widerspiegelten, sagte eine DFL-Sprecherin. Daher werde keiner dieser Deals mit der Bundesliga stattfinden, erklärte sie.

Ein Vertreter von CVC lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher von Sky sagte, das Unternehmen stehe in Kontakt mit der DFL und werde eine Mitteilung über finanzielle Vereinbarungen herausgeben, sobald Details über den Liga-Neustart vollständig bekannt seien.

Formel Eins

CVC prüfe auch den möglichen Erwerb einer Beteiligung an dem französischen Fußballclub AS Monaco, der vom russischen Milliardär Dmitry Rybolovlev kontrolliert wird, sagten die Personen. Rybolovlev erwarb 2011 eine Mehrheitsbeteiligung am AS Monaco und machte den Verein zu einem der ausgabefreudigsten Clubs in Europa.

Ein Vertreter des Rybolovlev-Family-Office sagte, es würden keine Gespräche über den Verkauf einer Beteiligung am AS Monaco geführt. Ein Vertreter des Clubs war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch wenn ungewiss ist, ob es zu Deals kommt, illustrieren die Berichte, wie CVC versucht, an frühere erfolgreiche Sportinvestments anzuknüpfen. Das Unternehmen, das rund 82 Milliarden Dollar verwaltet, kontrollierte zuvor den Veranstalter der Formel 1.

CVC verkaufte 2016 die Formel 1 für 4,4 Milliarden Dollar an die Liberty Media Corp. von Milliardär John Malone. Außerdem besitzt das Unternehmen eine Minderheitsbeteiligung an der britischen Premiership Rugby League.

Geisterspiele

CVC erwägt außerdem den Kauf einer Minderheitsbeteiligung an Italiens Top-Fußballliga, in der Starspieler wie Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic kicken, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. Diskutiert werde ein Anteilskauf von bis zu 20% an der Serie A für etwa 2 Milliarden Euro, hieß es weiter.

Aufgrund der Covid-19-Krise finden in ganz Europa keine Profispiele statt, was den Umsatzdruck auf Vereine und Liga-Betreiber erhöht, die noch etwa ein Drittel ihrer Saison 2019-2020 vor sich haben.

Die deutsche und die italienische Liga beabsichtigen, die Saison mit so genannten “Geisterspielen” zu beenden, bei denen die Fußballspiele ohne Zuschauer stattfinden und im Fernsehen übertragen werden. Damit entfallen jedoch die Einnahmen aus Tickets und Corporate Hospitality. Die Einnahmen aus Übertragungsrechten könnten unter Umständen geringer ausfallen als zuvor. Am Mittwoch hatte die Bundeskanzlerin den Fahrplan für die Lockerung der Lockdown-Maßnahmen des Landes bekanntgeben und gesagt, dass Bundesliga-Spiele in der zweiten Maihälfte wieder starten könnten.

Überschrift des Artikels im Original:Buyout Giant CVC Eyes Soccer Investments From Germany to France

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