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„Brauchen schleunigst realistische Öffnungsperspektive“: Vom Lockdown betroffenen Branchen droht Pleitewelle

Specht, Frank
·Lesedauer: 3 Min.

Bei Reisevermittlern, Restaurantbesitzern und Einzelhändlern schmilzt das Eigenkapital, zeigt eine DIHK-Umfrage. Fast jedes dritte Reisebüro und jeder fünfte Gastronom steht vor der Pleite.

Einer von drei Reisevermittlern könnte die Coronakrise wirtschaftlich nicht überleben. Foto: dpa
Einer von drei Reisevermittlern könnte die Coronakrise wirtschaftlich nicht überleben. Foto: dpa

Vom Lockdown in die Pleite? Viele Unternehmen aus den von Schließungen betroffenen Branchen kämpfen mittlerweile um ihre Existenz. Und mit jedem Tag, den der Lockdown länger anhält, wird die Lage ernster. Vor den nächsten Gesprächen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderchefs an diesem Mittwoch wächst deshalb der Druck aus der Wirtschaft, die Einschränkungen zu lockern.

Die Stimmung im Friseurhandwerk sei vor den Beratungen der Regierungschefs „überaus angespannt“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Die 240.000 Friseure hofften natürlich auf den Re-Start zum 15. Februar, für die Inhaber der 80.000 Salons sei die wirtschaftliche Situation zum Teil dramatisch.

„Die geschlossenen Handelsunternehmen brauchen schleunigst eine realistische Öffnungsperspektive“, mahnt der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands HDE, Stefan Genth. „Ansonsten werden wir Zehntausende Geschäfte verlieren.“ Auch der Gastgewerbeverband Dehoga warnt vor einer großen Pleitewelle.

Um den Ernst der Lage zu unterstreichen, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den Entscheidern aus Bund und Ländern einige Daten aus seiner jüngsten Konjunkturumfrage, an der bundesweit mehr als 30.000 Unternehmen teilgenommen haben, vorab zur Verfügung gestellt. Die Zahlen zu den besonders von Corona-Einschränkungen betroffenen Branchen liegen dem Handelsblatt vor.

Umsatzausfälle auch im laufenden Jahr

Danach rechnet ein Drittel der Reisevermittler damit, dass ihre Umsätze im laufenden Jahr noch einmal niedriger ausfallen werden als im Krisenjahr 2020. In der Gastronomie sind es 39 Prozent und im Einzelhandel sogar 40 Prozent. Dabei hatte schon das vergangene Jahr insbesondere den Lockdown-Branchen teils hohe Umsatzeinbußen beschert.

Im Einzelhandel insgesamt legten die Umsätze 2020 zwar nominal um 5,1 Prozent zum Vorjahr zu, doch wurde das Plus vor allem vom Internet- und Versandhandel und vom Lebensmittel-Einzelhandel getrieben. Im Gastgewerbe dürfte der Umsatz nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes um 36 Prozent eingebrochen sein, in der Reisebranche lag er in den ersten drei Quartalen 2020 sogar um 61 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Nach der DIHK-Umfrage beurteilen 94 Prozent der Reisevermittler, 87 Prozent der Gastronomiebetriebe und 41 Prozent der Einzelhändler ihre aktuelle Situation als schlecht. Infolge der Geschäftseinschränkungen spitzt sich auch die Finanzlage in den Lockdown-Branchen weiter zu.

So melden 65 Prozent der Reisevermittler und 64 Prozent der Gastronomen schmelzendes Eigenkapital. Im Einzelhandel sind es 37 Prozent. Zudem stehen 31 Prozent der Reisevermittler vor einer drohenden Pleite. In der Gastronomie sehen sich 19 Prozent und im Einzelhandel sieben Prozent der befragten Unternehmen von einer Insolvenz bedroht.

Ähnlich alarmierende Zahlen hatte jüngst auch eine Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) ergeben. Demnach berichten aktuell 58 Prozent der Handwerksbetriebe von Umsatzeinbußen. Im Dezember, vor der Verschärfung des Lockdowns, waren es 42 Prozent. Nur noch rund ein Drittel der Betriebe meldet Umsätze auf dem für die Winterzeit üblichen Niveau.