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Biden macht langjährigen Vertrauten zu Stabschef im Weißen Haus

·Lesedauer: 2 Min.

Klain wird der Stabschef des neuen US-Präsidenten. Er hat bereits früher für Biden gearbeitet und geholfen die Corona-Strategie des Demokraten auszuarbeiten.

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat entschieden, wer sein künftiger Stabschef im Weißen Haus sein soll. Die Wahl sei auf seinen langjährigen Vertrauten Ronald Klain gefallen, erklärte das Biden-Team am Mittwochabend (Ortszeit).

„Seine tiefgreifende, vielfältige Erfahrung und Fähigkeit, mit Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum zusammenzuarbeiten, ist genau das, was ich von einem Stabschef im Weißen Haus brauche, während wir diesem Moment der Krise begegnen und das Land wieder zusammenbringen“, erklärte Biden.

Klain erklärte, er fühle sich geehrt von dem Vertrauen des gewählten Präsidenten. Er werde alles geben, um ein talentiertes und diverses Team in einem Weißen Haus unter Biden und der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris zu führen.

Biden und Klain haben bereits in der Vergangenheit im Weißen Haus zusammengearbeitet, als Biden Vizepräsident unter Barack Obama war: Der heute 59-jährige Klain war zwischen 2009 und 2011 Bidens Stabschef. Er arbeitete auch schon für den Demokraten, als dieser im US-Senat saß – und als Biden sich 1988 und 2008 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewarb. Im Wahlkampfteam von Biden galt Klain zudem als wichtiger Berater: So half er dem Kandidaten dabei, sich auf TV-Debatten vorzubereiten und arbeitete dessen Fahrplan für seine künftige Corona-Politik mit aus.

2014 machte Obama Klain zum Koordinator der Maßnahmen der US-Regierung in der Ebola-Epidemie. Während der Corona-Pandemie hat sich Klain als Kritiker von Präsident Donald Trump hervorgetan. Viel Beachtung fand ein Video, in dem er erklärt, was eine Biden-Regierung in der Pandemie anders gemacht hätte und künftig tun will. Biden hat versprochen, der Bekämpfung der Corona-Pandemie Priorität einzuräumen.

Bidens Wahl besänftigt progressive Demokraten

Mit der Kür Klains dürfte Biden zudem Bedenken einiger progressiven Kräfte bei den Demokraten zerstreuen, die befürchtet hatten, dass der künftige Präsident sich für einen seiner anderen früheren Stabschefs entscheiden könnte. Im Gespräch war etwa Steve Richetti, dessen Tätigkeit als Lobbyist bei Linken für Skepsis sorgt. Oder Bruce Reed, der einigen als zu gemäßigt gilt, um Reformen anzuschieben, die der Parteibasis wichtig sind. Klain hingegen nehmen Progressive als einen künftigen Akteur im Weißen Haus wahr, der aus ihrer Sicht offen für eine Kooperation bei ihren Herzensanliegen wie dem Kampf gegen den Klimawandel und Gesundheitsversorgung wäre.

Der Stabschef dient in der Regel als Torwächter des Präsidenten, arbeitet politische Strategien sowie Gesetzesinitiativen aus und fungiert bei Verhandlungen über Gesetze oft als Verbindungsperson zwischen Weißem Haus und Kapitol. Klains fundierte, vielfältige Erfahrung und seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem gesamten politischen Spektrum sei genau das, was ein Stabschef für ihn mitbringen müsse in einer Zeit, in der man „diesen Moment der Krise angehen“ und das Land wieder einen wolle, erklärte Biden.