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Bessere Förderbedingungen zeigen Wirkung: Immer mehr Gebäude werden energetisch saniert

Stratmann, Klaus
·Lesedauer: 3 Min.

Für den Klimaschutz ist die energetische Sanierung von Gebäuden unabdingbar. Die verbesserte Förderung macht sich da bemerkbar: Die Zahl der Anträge hat sich 2020 annähernd verdoppelt.

Die Bundesregierung kommt bei der energetischen Sanierung von Gebäuden voran. Die Zahl der Anträge für die verschiedenen Gebäudeeffizienzprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 annähernd verdoppelt. Sie stieg demnach von 326.000 auf 600.000.

„Die Verbesserung der Förderung in den Gebäudeeffizienzprogrammen ist gut für das Klima und gut für die Konjunktur, gerade in Zeiten von Corona. Sie hat ihr Ziel erreicht und einen sprunghaften Anstieg von Investitionen in Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt ausgelöst“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Handelsblatt.

Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppelten sich nach Angaben Altmaiers im Vergleich zu früheren Untersuchungen auf 14 Millionen Tonnen bis 2030. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele“, sagte Altmaier.

Hinter den Zahlen steht eine massive Aufstockung der Mittel und ein Verbesserung der Förderbedingungen. Für die Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden standen 2019 insgesamt 1,85 Milliarden Euro zur Verfügung. 2020 waren es 8,6 Milliarden Euro. Der Betrag umfasst verschiedene Programme, etwa das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW und das Marktanreizprogramm (MAP).

Einer der Haupttreiber der Entwicklung war die rege Nachfrage nach Fördermitteln für den Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Allein hier stieg die Zahl der Anträge von 76.000 Anträgen 2019 auf über 280.000 Anträge im vergangenen Jahr. Diesen Wert hatte das für Bewilligung der Mittel zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereits vor einigen Tagen genannt.

Knapp zwei Drittel der Anträge im Bereich erneuerbare Wärme wurden laut Wirtschaftsministerium im Rahmen einer Sanierung gestellt. Die Ölaustauschprämie entfaltete dabei ihre Wirkung: 110.000 Anträge zum Austausch gegen Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien gingen ein. Bei den geförderten Heizungstechnologien liegt die Wärmepumpe mit 144.000 Anträgen an der Spitze, gefolgt von Biomasseanlagen und Solarthermie.

Neubautätigkeiten fallen kaum ins Gewicht

Der Gebäudebereich spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele. Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor. Während neue Gebäude hohe energetische Standards erfüllen müssen, liegt bei Bestandsgebäuden viel im Argen.

Mit der aktuellen Sanierungsquote von rund einem Prozent pro Jahr wird sich das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, nicht umsetzen lassen. Da die Neubautätigkeit kaum ins Gewicht fällt, ist es umso wichtiger, Bestandsgebäude energetisch zu sanieren. Die Bundesregierung hat daher in den vergangenen Jahren erhebliche Milliardenbeträge zur Förderung der Gebäudesanierung zur Verfügung gestellt.

Von der Anfang 2021 gestarteten „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) erhofft sich das Bafa einen zusätzlichen Sanierungsschub. Im BEG bündelt die Bundesregierung ihre bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich. „Damit können die Bürgerinnen und Bürger ihre Anträge noch einfacher stellen und wir beim Bafa das Verfahren noch effizienter gestalten“, sagte Bafa-Präsident Torsten Safarik.

Im CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW gab es laut Bundeswirtschaftsministerium 2020 eine knappe Verdoppelung der Zusagen für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus auf 20.000 (2019: 11.000). Die bewilligten Einzelmaßnahmen stiegen auf 105.000 (2019: 81.000). Die geförderten Neubauprojekte erhöhten sich von 44.000 auf 93.000.