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BDI baut auf Verhandlungen über Strafzölle auf E-Autos

BERLIN (dpa-AFX) -Die BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner setzt auf weitere Verhandlungen zwischen der EU und China über den Import von chinesischen Elektroautos. Verhandlungen seien in der Frage "gut, hilfreich, notwendig und wichtig", sagte sie im Deutschlandfunk. Als defensive Instrumente stärkten die angekündigten vorläufigen Strafzölle die Verhandlungsposition der EU.

"Es geht darum, dass wir darauf achten, dass marktverzerrende Auswirkungen staatlicher Industriepolitik minimiert werden und damit unfaire Handelspraktiken nicht zur Geltung kommen", erläuterte Gönner. "Auf der anderen Seite ist es aber so, dass man sich natürlich wünscht, dass es nicht zu Handelskriegen kommt." In der Wirtschaft bestehe ein großes Interesse daran, weltweit möglichst wenig Zölle zu haben, sagte sie zur Position des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

"Fakt ist, dass China ein großes Interesse am europäischen Markt hat"

Es wird erwartet, dass die EU-Kommission die vorläufigen Strafzölle zu Freitag einführt. Sie sind das Ergebnis einer Untersuchung der EU-Kommission. Diese ergab, dass die gesamte Wertschöpfungskette für Elektroautos in China stark subventioniert wird und durch die Einfuhren chinesischer E-Autos eine klar voraussehbare und unmittelbar bevorstehende Schädigung der Industrie in der EU droht.

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In Deutschland sorgt das Vorgehen der EU-Kommission für Sorgen, weil Vergeltungsmaßnahmen befürchtet werden, die vor allem deutsche Autohersteller treffen könnten. "Fakt ist allerdings, dass China ein großes Interesse am europäischen Markt hat", sagte Gönner. Die verschiedenen Interessen müssten nun in Verhandlungen abgewogen werden.

Gönner setzt auf fairen Wettbewerb

Als Exportnation habe Deutschland ein Interesse daran, dass der Welthandel funktioniere. "Dazu gehören möglichst wenig Zölle - dazu gehört aber auch möglichst fairer Wettbewerb. Und zum Schluss geht es um eine Ausbalancierung des Ganzen zwischen den unterschiedlichen Blöcken und an der Stelle zwischen China und der EU", betonte Gönner.

China ist der größte Automarkt der Welt und war laut Verband der Automobilindustrie (VDA) im Jahr 2023 für Autos aus Deutschland der drittgrößte Exportmarkt - nach den USA und dem Vereinigten Königreich. Die endgültige Einführung der Strafzölle soll nach dem Willen der EU-Kommission innerhalb von vier Monaten erfolgen, wenn China nicht noch überraschende Zugeständnisse macht. Bis dahin müssen die Zölle noch nicht gezahlt werden, sondern nur Sicherheitsleistungen für sie hinterlegt werden.