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BBVA verkauft Amerika-Geschäft für rund zehn Milliarden Euro an US-Konkurrent PNC

·Lesedauer: 3 Min.

Durch den zweitgrößten Banken-Deal in den USA seit der Finanzkrise 2008 entsteht die gemessen an den Einlagen fünftgrößte Bank der USA. Der Aktienkurs von BBVA schießt nach oben.

Die spanische Großbank will ihr US-Geschäft für 11,6 Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro verkaufen. Foto: dpa
Die spanische Großbank will ihr US-Geschäft für 11,6 Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro verkaufen. Foto: dpa

Die spanische Großbank BBVA will ihr US-Geschäft für 11,6 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro) an PNC Financial Services Group verkaufen. Mit der Übernahme entsteht die fünftgrößte Bank der Vereinigten Staaten, gemessen an den Einlagen.

Die Transaktion ist die zweitgrößte Bankenübernahme in den USA seit der Finanzkrise 2008. Es entsteht ein Finanzinstitut mit einer Bilanzsumme von 560 Milliarden Dollar.

BBVA hat 637 Filialen in den USA. Mit der Übernahme werde die Präsenz in wichtigen Staaten des Landes wie Alabama, Arizona, Colorado, Florida, New Mexico, Kalifornien und Texas deutlich erhöht, teilte die US-Bank PNC am Montag in Pittsburgh mit. „Unsere Akquisition wird unseren Wachstumskurs beschleunigen und den langfristigen Shareholder-Value steigern“, sagte PNC-Chef William S. Demchak.

PNC erwartet, dass die Einnahmen 2022 um 21 Prozent steigen und über 900 Millionen Dollar an Kosten eingespart werden können. Der Finanzdienstleister hatte vor einem halben Jahr einen 22,4 Prozent schweren Anteil am Vermögensverwalter Blackrock für 14,2 Milliarden Dollar verkauft.

Kaufpreis wird bar bezahlt

Der Kaufpreis wird bar bezahlt und entspricht fast der Hälfte der Börsenkapitalisierung von BBVA vor der Bekanntgabe des Deals. Der Aktienkurs von BBVA schoss am Montagmorgen zeitweise um 21 Prozent in die Höhe.

Das US-Geschäft hat im vergangenen Jahr zehn Prozent des Nettogewinns der Spanier ausgemacht, die vor allem in Schwellenländern wie der Türkei oder Mexiko aktiv sind. Der Kaufpreis bewertet die US-Einheit mit dem 19,7-Fachen des Ergebnisses aus dem Vorjahr.

Nicht verkauft wird das Brokerage BBVA Securities und die Filiale in New York, über die BBVA Großkunden betreut. Ebenso ausgeschlossen vom Verkauf bleibt das Büro in San Francisco und der Fintech-Fonds Propel Venture Capital.

BBVA verbessert mit Deal ihr Kapitalpolster

Mit dem Deal verbessert BBVA das Kapitalpolster deutlich. Die Spanier rechnen damit, dass die Kernkapitalquote CET1 um 300 Basispunkte auf 14,5 Prozent steigt. BBVA-Chef Carlos Torres stellte Aktienrückkäufe in Aussicht, um den Börsenkurs weiter zu verbessern, der seit Jahresbeginn 36 Prozent eingebüßt hat.

Die spanischen Banken leiden stark unter der Coronakrise und haben hohe Rückstellungen gebildet, um sich gegen drohende Zahlungsausfälle zu wappnen.
BBVA ist seit 2007 in den Vereinigten Staaten vertreten, tat sich allerdings schwer, mit den großen Wettbewerbern zu konkurrieren.

Im Zuge der Coronakrise hat die Bank den Wert ihres US-Geschäfts im ersten Quartal um 2,1 Milliarden Euro gesenkt. Zusammen mit den Rückstellungen für die Coronakrise hat das für einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten gesorgt – dem größten in der Geschichte von BBVA. Bereits im vierten Quartal des vergangenen Jahres hatte die Bank 1,4 Milliarden Euro auf ihr US-Geschäft abgeschrieben.

Der Deal gibt den Spaniern nun mehr Spielraum, um sich an der erwarteten Konsolidierung des Bankenmarktes in Europa zu beteiligen. Regulierer fordern das angesichts anhaltend niedriger Zinsen bereits lange, die Coronakrise setzt die Banken zusätzlich unter Druck.

In Spanien haben vor einigen Wochen Bankia und Caixabank beschlossen zu fusionieren. BBVA, nach Santander Spaniens zweitgrößte Bank, gilt als möglicher Partner für Banco Sabadell, der aktuellen Nummer vier nach Einlagen.

Mit Agenturmaterial