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Büro oder Ferienhaus: Dieses Startup baut euch das passende Tiny House

·Lesedauer: 4 Min.
Viel Licht und natürliche Materialien prägen die Tiny Houses des Startups.
Viel Licht und natürliche Materialien prägen die Tiny Houses des Startups.

Gewachstes Fichtenholz, Panorama-Glasfront, zartes Grau – Das Startup Noordsk.Studio macht kleine Häuschen im skandinavischen Design. Auf nur 21 Quadratmetern findet ein ganzer Lebensraum Platz: Schlafzimmer, Arbeitsplatz, Chillout-Lounge, Küche und sogar ein vollausgestattetes Badezimmer, das mit Campingtoilette wenig gemein hat. Das Startup schafft Tiny Houses für Privatpersonen oder als kleine Hotels im Grünen. Damit wollen sie ein Bedürfnis befriedigen, das viele Menschen hegen: Der Wunsch nach Erholung und Ruhe in der Natur.

Ein Bedürfnis, dass die Gründer hinter Noordsk.Studio selbst nur allzu gut kennen. Leif Erik Boysen und Carl-Felix Lentz sind gute Freunde und die beiden Köpfe hinter dem Tiny-House-Startup. Sie besitzen einen Camper-Van, mit dem sie gemeinsam durch Europa gereist sind. Eine norwegische Freundin von Lentz pendelte derzeit ständig zwischen ihrem Zuhause und ihren Eltern hin und her. Auf der Suche nach einer praktikablen und gleichzeitig wohnlichen Lösung entstand bei dem Trio die Idee zum ersten selbstgebauten Tiny House. Nach und nach reifte das Konzept zu einem ernsthaften Gründungsvorhaben heran.

Registriert haben Boysen und Lentz ihr Startup im Spätsommer 2019, an ihrer Idee arbeiten die beiden aber schon länger. Im Sommer 2018 ergatterten sie ein Gründerstipendium Schleswig-Holstein. „Allerdings mussten wir da ein bisschen tricksen“, erzählt Lentz im Gespräch mit Gründerszene. Sie hätten die Förderung nämlich nicht direkt für den Bau von ihren kleinen Häusern erhalten. „Wir sind den Umweg gegangen, uns mit einem Tourismus-Konzept für das Land Schleswig-Holstein zu bewerben.“

Ein kleiner Umweg, der zumindest nicht gänzlich geschummelt ist. Mit ihren Tiny Houses will das Startup nämlich durchaus den Tourismus im Land beleben. Ein Großteil der Hütten, die das Team von Noordsk.Studio baut, soll als Urlaubslocation vermietet werden. Aktuell kämen laut Lentz nur etwa zwanzig Prozent der Anfragen von Privatpersonen. Ein voll ausgestattetes Haus liegt preislich bei etwa 120.000 Euro und benötigt aktuell etwa vier Wochen Fertigungszeit. Mittlerweile leitet Carl-Felix Lentz das Startup alleine.

Das gemütliche Homeoffice to go

Die kleinen Häuser von Noordsk.Studio sind aber nicht nur Feriendomizile auf kleinem Raum. Längst hat das Team hinter den nordischen Hütten die Produktpalette erweitert. Neben einem Wohnhaus gibt es zwei Work Spaces, die als flexibles Homeoffice eingesetzt werden können. Ein Angebot, das für all jene besonders interessant sein dürfte, die seit der Corona-Pandemie von Zuhause aus arbeiten. Wer die Arbeit am heimischen Esstisch satt hat oder nicht mehr auf die Straßenbahnhaltestelle unter dem Fenster schauen möchte, kann sich mit dem Startup ein mobiles Office in die Natur oder den Garten stellen. Die Mini-Büros verfügen dabei über einen großzügigen Arbeitsplatz, ein ausziehbares Tagesbett und eine kleine Teeküche. Aktuell arbeitet das Startup außerdem an reinen Dusch- und WC-Häuschen.

Die Gründer suchen noch nach dem richtigen Investor

Bis dato finanziert sich das Startup aus eigenen Mitteln, ein Investment wollte sich das Startup bisher nicht sichern. „Bisher haben wir immer Nein gesagt“, erzählt Lentz. Mehrere Investoren seien schon auf das Team zugekommen, es habe aber nicht gepasst. „Geld allein ist nicht das Interessanteste. Das verliert so schnell an Wert. Wir warten lieber, bis wir den richtigen Unterstützer finden“, begründet Lentz die Entscheidung. Ein erster Investor soll nur dann infrage kommen, wenn er zusätzlich Expertise in das Startup trägt. Bisher sei das Team da noch nicht fündig geworden, aber durchaus auf der Suche.

Die kleinen Häuser lassen sich auf einem Auto-Anhänger überall platzieren.
Die kleinen Häuser lassen sich auf einem Auto-Anhänger überall platzieren.

Trotzdem hat sich das Startup schon beim Bau des ersten Tiny Houses Unterstützung gesichert – auf eher unkonventionelle Art. „Ich habe ganz viele Unternehmen gefragt, ob die uns etwas umsonst geben“, sagt Lentz. „Also Fenster, Schrauben, Baumaterialien.“ Mit Erfolg. Auf diese Weise hat das Startup zum Beispiel den Montagetechnik-Großhandel Würth als Partner gewinnen können.

Wie es zukünftig weitergehen soll, darüber ist sich das junge Unternehmen noch nicht hundertprozentig sicher. Carl-Felix Lentz weiß, dass er mit seinem Startup vor allem dann erfolgreich ist, wenn er die Fertigungsprozesse deutlich hochskaliert. Er will aber nichts überstürzen. Wichtig sei ihm, dass das Team seine Dynamik beibehalte. „Ich will das Team nicht überfordern mit zu schnellem Wachstum“, sagt Lentz. „Und wahrscheinlich auch mich selbst nicht.“

Dieser Artikel erschien zuerst am 30. Juli 2021.

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