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Das sind die autofreundlichsten Städte der Welt

Eine Studie zeigt, wie autofreundlich 100 Metropolen weltweit sind. Zwei deutsche Städte haben es in die Top Ten geschafft.

Die Landeshauptstadt schneidet in der Studie in Sachen Autofreundlichkeit gut ab. Foto: dpa

Dicht gedrängte Straßen, genervte Autofahrer und kaum Parkplätze dominieren den Alltag von Autofahrern in Ballungsgebieten. Im Stau gefangen, denken wohl manche an einen Umstieg aufs Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.

Für Befürworter autofreier Innenstädte ist das eine gute Nachricht. Denn je weniger attraktiv die Fahrt durch ein Ballungszentrum ist, desto eher steigen Autofahrer auf alternative Verkehrsmittel um.

Doch eine Studie von Mister Auto, einem Onlinehändler für Autoteile des Automobilhersteller PSA-Group, verfolgt einen anderen Ansatz. Anhand offizieller Daten wie etwa der Weltbank und lokaler Verkehrsbehörden haben die Studienautoren versucht zu ermitteln, wie gut die (1) Infrastruktur einer Stadt ist, wie (2) sicher hier Autofahrer unterwegs sind und was sie für Tanken und Parken (3) zahlen müssen.

Die drei Faktoren Infrastruktur, Sicherheit und Kosten ergeben sich aus zwei bis sechs Unterpunkten. Beispielweise setzt sich der Faktor Sicherheit aus dem Wert wie die Anzahl tödlicher Unfälle gemessen auf 100.000 Einwohner.

Aus insgesamt 15 Kriterien wird errechnet, wie gut oder schlecht eine Stadt für Autofahrer ist.

Die Studie umfasst 100 Städte auf der ganzen Welt. Mit der Erhebung habe man herausfinden wollen, wo noch der Ablauf des Verkehrs verbessert werden könne, heißt es.

Die weltweit beste Stadt für Autofahrer

Die beste Stadt für Autofahrer ist demnach Calgary in Kanada. In der Metropolregion mit 1,5 Millionen Einwohnern besitzt über die Hälfte der Einwohner ein Auto. Dennoch ist die Rate der tödlichen Unfälle gering, die Durchschnittsgeschwindigkeit relativ hoch, was auf einen guten Verkehrsfluss hindeutet und die Kosten für Sprit und Fahrzeugsteuer sind - gemessen am Durchschnittslohn - erschwinglich.

Von 100 Punkten erreicht Calgary in der Studie volle 100 Punkte und liegt damit international auf Platz eins.

Platz 2 bis 15 belegen überwiegend Städte in Europa und Nordamerika. Nur Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten bildet mit Platz 2 eine Ausnahme. Sonst befinden sich auf den ersten Plätzen Städte wie Bern (Platz 4), Göteborg (Platz 7), Essen (Platz 12) und Graz in Österreich (Platz 15).

Im Mittelfeld auf den Plätzen 40 bis 60 liegen überwiegend Städte in den USA wie Boston (40), Seattle (46) und Las Vegas (54). Der Vergleich der Gesamtpunktzahl aber zeigt, dass die Unterschiede zwischen den Städten nur marginal sind. Sie weisen alle eine gute Infrastruktur und hohe Durchschnittgeschwindigkeit auf. Doch die Kosten für Parken, Kfz-Steuer und Tanken sind vergleichsweise hoch. Auffällig ist, dass in Las Vegas mit 17,3 tödlichen Unfällen pro 100.000 Einwohnern die Rate besonders hoch ausfällt. Woran das aber konkret liegt, ist aus der Studie nicht herauszulesen. Zum Vergleich: In Berlin (Platz 51) gibt es nur 1,3 tödliche Unfälle pro 100.000 Einwohner.


Die weltweit schlechteste Stadt für Autofahrer – und wie die deutschen Städte abschneiden

Am schlechtesten schnitt die indische Großstadt Mumbai ab. Die Stadt, die bis 1996 noch Bombay hieß, ist ein kulturelles Zentrum im Westen von Indien und ein Verkehrsknotenpunkt. Die Straßen sind aber schlecht ausgebaut, die Autos fahren nur sehr langsam. Es gibt also viel Stau, was sich in hoher Aggression bei den Autofahrern niederschlägt. Von 100 möglichen Punkten bekommt die Millionenstadt in der Mister Auto-Studie einen Punkt. Damit liegt sie weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Schwer haben es Autofahrer außerdem in der griechischen Hauptstadt Athen (90), Bogota in Kolumbien (95) und Kalkutta (98) in Indien.

So haben deutsche Städte abgeschnitten

Im internationalen Ranking liegen zwei deutsche Städte in NRW Düsseldorf und Essen bereits in den Top Ten. Die schlechtesten Werte was Infrastruktur, Sicherheit und Kosten für Autofahrer betrifft, hat die deutsche Hauptstadt Berlin auf Platz 51.

Damit liegen alle deutschen Städte der Studie in der oberen Hälfte und sind damit für Autofahrer gut zu erreichen. Das ist das Ergebnis des Rankings:

Mehr: Nicht nur die Energiewende ist überfällig, auch die Reform der Infrastruktur. Straßen sollten durch moderne Technologie effizienter genutzt werden.