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Ausschreitungen bei Demonstrationen am Wochenende in Berlin

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Mehrere Tausend Menschen sind am Wochenende in Berlin bei verschiedenen Demos auf die Straßen gegangen. Demonstriert wurde unter anderem für den Erhalt des Hausprojekts "Liebig 34", gegen einen Neonnazi-Aufmarsch und gegen die Corona-Maßnahmen. Dabei kam es immer wieder zu Ausschreitungen. Insgesamt wurden 150 Menschen festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 36 Polizisten wurden demnach verletzt, ein Polizist kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

AUFMARSCH DER RECHTSEXTREMEN PARTEI "III. WEG"

Die meisten Festnahmen standen laut Polizei in Zusammenhang mit einem Aufmarsch der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" in Hohenschönhausen und insbesondere der Gegendemonstration dazu. Demnach wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, Widerstands, tätlichen Angriffs und Sachbeschädigungen eingeleitet.

Rechtsextreme hatten für Samstag eine Demo unter dem Motto "Ein Volk will Zukunft" angemeldet. Unter anderem das "Berliner Bündnis gegen Rechts" hatte angekündigt, den Aufmarsch am Tag der Deutschen Einheit blockieren zu wollen. Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf rund 1500. Darunter waren mehrere Hundert Vermummte, die Steine und Pyrotechnik auf die Polizisten warfen sowie Autos demolierten. Es kam zu vereinzelten Angriffen von Demonstranten beider Lager aufeinander.

Die Gegendemonstranten verhinderten laut Polizei mit einer Sitzblockade, dass der Zug am S-Bahnhof Wartenberg starten konnte. Eine angebotene Alternativroute lehnte der Veranstalter zunächst ab. Später nahm der Demonstrationszug wegen der Blockaden eine verkürzte Route. Am Samstagabend löste sich die Menschenmenge nach einer Abschlusskundgebung der Rechten nach Polizeiangaben langsam auf. Insgesamt zählten die Beamten rund 300 Menschen aus dem rechten Spektrum.

"LIEBIG 34"

Später am Abend demonstrierten laut Polizei rund 2000 Menschen gegen die nächste Woche geplante Räumung des linksradikalen Symbolhauses Liebigstraße 34 in Berlin-Friedrichshain. Sie zogen in einem Demonstrationszug von der Samariterstraße Richtung Volkspark Friedrichshain, die Route führte auch an dem "anarcha-queer-feministischen" Hausprojekt in der Liebigstraße vorbei.

Nach Angaben der Polizei wurden während der Demonstration Feuerwerkskörper, Bengalos und Nebeltöpfe gezündet und zum Teil in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Vereinzelt wurden Polizisten angegriffen und mit einer unbekannten Flüssigkeit besprüht.

DEMONSTRATION GEGEN CORONA-POLITIK

Viele Teilnehmer einer Demonstration am Brandenburger Tor verstießen gegen die Maskenpflicht und hielten die Abstandsregeln nicht ein. "Trotz mehrfacher Lautsprecherdurchsagen halten sich viele Demonstranten nicht an die Regeln", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Die Polizei nahm die Personalien der Menschen auf, die gegen die Regeln verstießen, und schrieb Anzeigen.

Rund 300 Demonstranten versammelten sich nach Angaben der Polizei auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor unter dem Motto "Frieden, Meinungsfreiheit und Demokratie".