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Aufstände in Mosambik: Milizen enthaupten Kinder

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Tausende Menschen sind in Mosambik bereits vor den Milizen geflohen unbd leben in Lagern in anderen Teilen des Landes oder im Nachbarland Malawi. (Bild: REUTERS/Eldson Chagara)
Tausende Menschen sind in Mosambik bereits vor den Milizen geflohen unbd leben in Lagern in anderen Teilen des Landes oder im Nachbarland Malawi. (Bild: REUTERS/Eldson Chagara)

Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Jetzt berichten Hilfsorganisationen von brutalen Angriffen islamistischer Milizen im Norden des Landes. Dabei sollen sogar Kinder enthauptet worden sein.

Es sind äußerst alarmierende Zustände, von denen die internationale Hilfsorganisation "Save the Children" berichtet. In den vergangenen drei Jahren mussten mehr als 700.000 Menschen ihre Heimat verlassen und vor islamistischen Aufständischen fliehen. Diese gehen mit höchster Brutalität gegen die Bevölkerung vor. Mehr als 2500 Menschen wurden bereits umgebracht. Darunter sind auch zahlreiche Kinder und Jugendliche.

Wie die britische BBC nun berichtete, sollen zuletzt sogar Minderjährige enthauptet worden sein. Eine Mutter aus der nördlichen Provinz Cabo Delgado, in der die meisten Angriffe stattfinden, erzählte, dass sie mit ansehen musste, wie ihr zwölfjähriger Sohn vor ihren Augen von den Milizen enthauptet wurde. Der Bericht von "Save the Children" veröffentlicht weitere ähnliche Gräueltaten. Ganze Dörfer würden überfallen und niedergebrannt, die Bevölkerung ermordet und vertrieben.

Schockierende Brutalität

Selbst der Direktor von "Save the Children" zeigte sich im Interview mit der BBC schockiert über die brutale Vorgehensweise der Aufständischen. "Unsere Mitarbeiter müssen manchmal einfach weinen, wenn die die Geschichten der leidenden Mütter in den Auffanglagern hören", sagte Chance Briggs. Der UN-Beobachter sprach von einer "Grausamkeit die sprachlos macht". Cabo Delgado gehört im achtärmsten Land der Welt zu den ärmsten Regionen. Die ungleiche Verteilung der spärlichen Ressourcen könne ein Motiv der gewalttätigen Aufstände sein, vermutet Briggs.

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Dem IS die Treue geschworen

Wer die Milizen genau sind oder was ihre politische Agenda sein könnte, ist bisher aber eher unklar. Sie werden vor Ort "Al-Shabab" genannt, haben bisher aber keinerlei nachgewiesene Verbindung zur gleichnamigen somalischen Terroristen. Aber sie sollen dem IS die Treue geschworen haben und sind von den USA bereits ebenfalls als als Terror-Organisation eingestuft worden. Briggs erklärte der BBC: "Es gibt kein Manifest, deshalb ist es schwierig, die genauen Motive zu verstehen." Klar sei aber, dass die Milizen versuchten, die Menschen aus einigen Gebieten zu vertreiben. Junge Menschen hätten die Wahl, sich ihnen anzuschließen, würden aber getötet und manchmal enthauptet, wenn sie sich weigerten, so der "Save the Children"-Direktor.

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren vor allem im Norden Mosambiks zu Attacken der militanten Dschihadisten. Internationale Beobachter vermuteten schon länger einen Ableger des IS hinter den Gruppen. Im November des vergangenen Jahres berichteten Medien von 50 Enthauptungen auf einem Fußballfeld in Cabo Delgado. Auch bei der Reaktion der Regierungs-Soldaten sei es in der Folge aber zu Menschenrechtsverletzungen wie willkürlichen Verhaftungen und Folter gekommen, meldeten mehrere Hilfsorganisationen. Die Regierung von Präsident Filipe Nyusi hat bei der Bekämpfung der Milizen um internationale Hilfe gebeten.

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