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Aufsichtsräte im MDax sind internationaler als im Dax

Mehr als ein Viertel der Kontrolleure kommt nicht aus dem deutschen Sprachraum. Bei Frauenanteil und Digitalkompetenz liegen MDax-Firmen aber hinter der Dax-Konkurrenz.

Die Aufsichtsräte der im MDax gelisteten Aktiengesellschaften sind einer Studie der US-Personalberatung Russell Reynolds zufolge internationaler besetzt als die der Dax-Konzerne. In den mittelgroßen Unternehmen kämen 27 Prozent der Kontrolleure nicht aus dem deutschen Sprachraum, in den Dax-Konzernen seien es 20 Prozent.

Bei der Digitalkompetenz liegen die MDax-Konzerne hingegen zurück: Nur 43 Prozent der Unternehmen hätten einen Experten für Digitalisierung im Aufsichtsrat.

Und auch beim Frauenanteil sehen die Unternehmensberater Nachholbedarf. Der MDax habe dieses Jahr zwar zum ersten Mal die gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent knapp überschritten, zwei Jahre später als die Dax-Konzerne. Aber 40 der 60 Unternehmen im MDax hätten noch keine einzige Frau im Vorstand.

Die MDax-Aufsichtsräte hätten weniger Mitglieder, „und die Vergütung liegt mit durchschnittlich 100.000 Euro pro Jahr fast 50 Prozent unter der Bezahlung der Dax-Kollegen“, heißt es in der Studie. Das Gehaltsgefälle sei ähnlich wie im Dax: Vorstandschefs im MDax verdienten 13 Mal mehr als ihre Aufsichtsratsvorsitzenden, „im Durchschnitt rund 2,4 Millionen Euro“.

Nach Angaben von Russell Reynolds basiert die Studie auf der Zusammensetzung des Index Anfang August 2019. Die Analysedaten entsprechen dem Stand nach den Hauptversammlungen im Jahr 2019.