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Außerordentliche Kündigung: Wann sie ausgesprochen wird und was das für euch bedeutet

Was könnt ihr bei einer außerordentlichen Kündigung tun? - Copyright: Getty Images / Twenty47studio
Was könnt ihr bei einer außerordentlichen Kündigung tun? - Copyright: Getty Images / Twenty47studio

Ein traurig aussehender Angestellter trägt einen Karton gefüllt mit Bürosachen und einer Topfpflanze – er wurde entlassen. Fast jeder von uns hat schon einmal eine solche Filmszene gesehen. Doch was ist, wenn ihr selbst eine außerordentliche Kündigung erhalten habt? Wir erklären euch, was eine außerordentliche Kündigung ist, wann sie ausgesprochen werden kann und was ihr jetzt unternehmen könnt.

Was ist eine außerordentliche Kündigung?

Eine außerordentliche Kündigung ist meist zugleich auch eine fristlose Kündigung. Sie unterscheidet sich damit von der ordentlichen Kündigung, da die vorgeschriebene Kündigungsfrist nicht oder nicht vollständig eingehalten wird. Eine außerordentliche Kündigung ist das letzte Mittel (die sogenannte "ultima ratio"), das Arbeitgeber anwenden können. Daher darf sie laut § 626 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) nur aus wichtigen Gründen ausgesprochen werden. Auch muss zuvor geprüft worden sein, dass andere Maßnahmen, wie etwa eine Abmahnung oder Versetzung, keine adäquate Alternative darstellen.

Wann kann eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden?

Damit eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden kann, muss ein schwerwiegender Grund vorliegen. Mögliche Gründe sind laut "Finanztip.de" zum Beispiel Betrug, Diebstahl und Veruntreuung, der Verdacht einer Straftat, Beleidigung des Arbeitgebers, Äußerungen über den Arbeitgeber im Internet, sexuelle Belästigungen, Mobbing, Drogenkonsum, Arbeitsverweigerung, Vortäuschen von Arbeitsunfähigkeit, angedrohtes Krankfeiern, eigenmächtiger Urlaubsantritt, Konkurrenztätigkeit oder Arbeitszeitbetrug.

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Da eine außerordentliche Kündigung den Kündigungsschutz teilweise außer Kraft setzt, sind die gesetzlichen Auflagen und Vorgaben sehr hoch. Neben dem Vorliegen eines wichtigen Grundes muss daher auch eine "Interessenabwägung" des Einzelfalls stattgefunden haben. Laut "Karrierebibel.de" bedeutet das, dass geklärt werden muss, ob es zum Beispiel entlastende Umstände gibt, welches Ausmaß die Pflichtverletzung hatte oder ob eine Wiederholungsgefahr besteht.

Für eine außerordentliche Kündigung gelten hohe gesetzliche Auflagen. - Copyright: Getty Images / Pheelings Media
Für eine außerordentliche Kündigung gelten hohe gesetzliche Auflagen. - Copyright: Getty Images / Pheelings Media

In einigen Fällen muss der außerordentlichen Kündigung auch eine Abmahnung vorausgegangen sein, damit sie den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit erfüllt und Gültigkeit besitzt. Dies kann bei verhaltensbedingten Kündigungen (zum Beispiel regelmäßig zu spät kommen) der Fall sein. Bei schweren Verstößen, wie etwa sexueller Belästigung oder Diebstahl, muss hingegen keine vorherige Abmahnung erfolgen. Falls es in dem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, muss dieser außerdem vor jeder Kündigung informiert werden und kann innerhalb von drei Tagen Bedenken dagegen aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht unterrichtet, ist die Kündigung nicht wirksam.

Welche Möglichkeiten haben Angestellte nun?

Wenn ihr eine außerordentliche Kündigung erhalten habt, kann die Panik groß sein. Aber jetzt heißt es: Ruhe bewahren. Ihr solltet auf keinen Fall negative Kommentare über euren Arbeitgeber machen. Da ihr mit sofortiger Wirkung ohne Job seid, solltet ihr euch zunächst beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden. Wenn ihr gegen die außerordentliche Kündigung vorgehen wollt, habt ihr zwei Möglichkeiten: Ihr könnt eine Kündigungsschutzklage einreichen oder versuchen, euch außergerichtlich mit eurem Arbeitgeber zu einigen.

Allerdings solltet ihr möglichst schnell handeln, da ihr nur begrenzt Zeit habt, gegen die Kündigung vorzugehen. Die Frist für einen Einspruch beträgt drei Wochen. Unternehmt ihr innerhalb dieser Zeit nichts, wird die Kündigung gültig. Empfehlenswert ist es auch, wenn ihr euch rechtlichen Beistand holt. Am besten einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Im Fall einer Kündigungsschutzklage prüft ein Gericht, ob die Kündigung verhältnismäßig und wirksam ist und euer Arbeitgeber muss die Vorwürfe beweisen. Eure Chancen stehen dabei nicht schlecht, dass ein Vergleich geschlossen wird oder die außerordentliche Kündigung in eine fristgemäße Kündigung umgewandelt wird.

In einigen Fällen ist die Kündigung auch gar nicht wirksam. So können zum Beispiel Mitglieder des Betriebsrates nur mit dessen Zustimmung außerordentlich gekündigt werden, Schwangeren darf grundsätzlich nicht gekündigt werden und auch für Arbeitnehmer in Elternzeit und Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung gelten besondere Regelungen. In jedem Fall solltet ihr bei einer außerordentlichen Kündigung die Ruhe bewahren. Analysiert die Situation, prüft die formale Korrektheit der Kündigung und entscheidet, wie ihr weiter vorgehen wollt – vergesst dabei aber nicht, die gesetzlichen Fristen einzuhalten.

Update im April 2024: Inhalt überprüft und aktualisiert.